Der Brunnenschacht ist mittlerweile abgesperrt.
Wülzburg – Ein siebenjähriger Junge ist auf der mittelfränkischen Wülzburg in eine Zisterne gestürzt und vor dem Ertrinken gerettet worden. Sowohl der Junge als auch sein Retter blieben unverletzt, wie die Polizei mitteilte. Das Kind hatte sich am Sonntag gemeinsam mit seiner Familie auf der Festungsanlage aufgehalten. Als es auf einen Brunnenschacht kletterte, brach die Gitterrostabdeckung und der Junge fiel rund vier Meter tief in die unterirdische Zisterne. Ein weiterer Besucher erkannte die Situation sofort, sprang in das Wasser und rettete das Kind. Der Bub habe gut schwimmen können, berichtete ein Polizeisprecher später. „Sein Bruder schrie oben um Hilfe, sodass ein anderer Familienvater auf ihn aufmerksam wurde.“
Die zwei Zisternen befinden sich im Innenhof der Wülzburg. Sie sind frei zugänglich und sehen von oben aus wie gemauerte Brunnen, die aber von einem Gitter verschlossen sind. Das Regenwasserauffangbecken stammt noch aus Zeiten, als die Burg belagert wurde. Die Brunnen sind etwa einen Meter hoch, das Gitter darauf hat sich offenbar durch den Zahn der Zeit gelöst und ist zur Seite gekippt, als der Junge darauf getreten ist. Es sind von dort etwa drei Meter bis zur Wasseroberfläche. Inzwischen wurden die Brunnen vom Bauhof abgesperrt.
Die Burgwirtin hatte von dem Unglück nur indirekt mitbekommen. An dem Tag seien viele Familien eingekehrt, berichtet die 69-Jährige. Als ihre Mitarbeiter sie baten, den Notruf zu wählen, sei der Helfer schon an einem Rohr in den Brunnen hinuntergeklettert, um den Jungen zu retten. Die Wirtin sagt: „Der Bub hatte einen riesigen Schutzengel.“