Der Sakristeiboden im Kloster Ettal ist einzigartig. © Henle
Dietramszell/Ettal – Der Solnhofer Stein ist in vielen Kirchen verwendet worden. Vier davon stellen wir vor – sie sind einen Ausflug wert:
■ Dietramszeller Kloster
Das Pflaster aus Solnhofer Stein ist im Rosenspitz verlegt. Im Chor markiert ein zwölfzackiger Stern den Mittelpunkt. Auch die Gedenktafeln für Gefallene im Vorraum des Gotteshauses sind aus Solnhofer Stein. Solnhofer Pflaster haben auch die vom Kloster gegründeten Wallfahrtskirchen Maria Elend und St. Leonhard.
■ Kloster Ettal
Das Kloster Ettal wurde ab 1710 erbaut, doch 34 Jahre später zerstörte ein verheerender Brand Teile der Kirche und des Klosters. Beim Wiederaufbau wurde in der Rotunde Fußboden aus Solnhofer Stein verlegt, er ist im schlichten Schachbrettmuster gehalten. Anders in der Sakristei: Der 1725 verlegte Fußboden bildet das meisterhafte Gegenstück zu den barocken Stuckaturen und den Freskengemälden. Kein Sakristeiboden in Solnhofer Stein kann sich mit dem in Ettal messen.
■ Kloster Altomünster
Die Böden der kirchlichen Räume, der Gänge und Treppen in der verzweigten Klosteranlage Altomünster (Kreis Dachau) sind mit gelblichen und grauen Solnhofer Steinen belegt. Geliefert hatte sie in den Jahren 1765 bis 1767 J.S. Hänle aus Mörnsheim im Altmühltal. Vorherrschende Verlegeart ist das einfache diagonale Schachbrettmuster. Im Nonnenchor markiert in diesem Muster ein zwölfzackiger Stern die Raummitte, der von einem Kreisring gefasst wird.
■ Kloster in Bruck
In der Bauzeit des Fürstentrakts im Zisterzienserkloster in Fürstenfeldbruck wurden in großer Menge Solnhofer Bodenplatten geliefert. Schon 1691/92 kamen 5925 „Pflasterstain von den Stainmetzen aus Solnhofen und Mereshaimb“ (Mörnsheim) in Fürstenfeldbruck an. Am Ende der Bauzeit verzeichnete das Rechnungsbuch mit 6841 Steinen die größte Einzellieferung. Insgesamt wurden im Kloster 21.228 Bodenplatten verlegt. Unter anderem im Fürstensaal und Fürstengang.