Weidepflicht: Hansen macht Druck

von Redaktion

Europäischer Agrarkommissar schlägt Landtausch unter Bauern vor

Christophe Hansen

München/Brüssel – In der Debatte um die Bio-Weidepflicht sieht EU-Agrarkommissar Christophe Hansen vor allem Versäumnisse in Deutschland. Die EU-Ökoverordnung schreibe schon seit 1999 vor, dass Biotiere einen Zugang zur Weide haben, sagt Hansen in Brüssel. Wenn Betriebe dennoch bisher so wirtschaften konnten und sich nun 27 Jahre später noch nicht an die Vorgaben angepasst haben, sei das ein Problem.

Deutschland und Bayern haben die Regeln lange lockerer ausgelegt. An einer strengeren Anwendung gibt es hierzulande Kritik. Vor allem in Süddeutschland fehle der verlangte Weidezugang, warnt die Interessengemeinschaft „Kein Zwang zur Weide“. Die Flächen vieler Betriebe seien zu weit weg von der Hofstelle, die Ställe lägen oft direkt in Ortschaften. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes haben 2025 acht Prozent der Ökobetriebe wegen der EU-Vorgabe die Produktion von Biomilch eingestellt. Als Ideen nennt Hansen etwa, bei Landtausch zu vermitteln, „damit der Landwirt, der nichts hinterm Hof hat, vielleicht eine Parzelle tauschen kann mit denen, die es können“. Jungvieh könnte auch für den Sommer auf die andere Seite einer Straße transportiert werden. In den nächsten Monaten bis zwei Jahren seien Anstrengungen nötig, um den betroffenen Bauern zu helfen.

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