München – Passagiere der Lufthansa müssen an diesem Freitag bereits das dritte Mal in diesem Jahr mit streikbedingten Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Nach zwei Streikwellen der Piloten im Februar und März hat nun die Kabinengewerkschaft Ufo die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter zu einem flächendeckenden Arbeitskampf aufgerufen.
Betroffen sind bis 22 Uhr Hunderte Abflüge der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Lufthansa Cityline an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an zahlreichen anderen deutschen Flughäfen. Insgesamt 520 Flüge fallen aus, 90 000 Passagiere sind betroffen. Allein in Frankfurt wurden 75 Prozent der geplanten knapp 350 Lufthansa-Abflüge gestrichen, dutzende in Berlin und Hamburg. Weil in der Folge die Maschinen an ausländischen Zielen fehlen, dürften auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern zunächst ausfallen. Der Konzern kündigte zusätzliche Flüge seiner nicht bestreikten Airlines Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels, Edelweiss und Ita ann.
Der Streikaufruf treffe die Gäste im Rückreiseverkehr nach Ostern besonders hart, kritisierte Personalvorstand Michael Niggemann. „Diese Eskalation ist verantwortungslos.“ In dem Konflikt geht es um die Verhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und laut Ufo um die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen. „Den City-Line-Beschäftigten brennt der Kittel“, sagt ein Insider mit Blick auf Übernahmeangebote, die aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichen. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements 2027 beendet werden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines. Auch mit den Piloten ist Lufthansa noch weit von einer Einigung entfernt.DPA