Die Polizeireiterinnen Katharina Lorenz (links) und Caroline Lehl kontrollieren auf ihren Pferden eine Gruppe am Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg. © Daniel Löb/dpa
Nürnberg – Wenn Remus und Quickly am Nürnberger Hauptbahnhof Streife laufen, bekommen sie viel Aufmerksamkeit. Immer wieder bleiben Leute stehen und zücken ihre Handys, um Fotos zu machen: Zwei Pferde mitten in der Stadt, das ist schon ungewöhnlich. Doch es gibt auch Menschen, die die Flucht ergreifen, sobald sie die beiden großen Tiere erblicken. Denn Remus und Quickly sind Polizeipferde. Seit März sind die beiden Wallache regelmäßig auf der Rückseite des Hauptbahnhofs unterwegs, die als Kriminalitätsbrennpunkt in Nürnberg gilt. Anfangs war das Ganze ein Pilotprojekt des Polizeipräsidiums Mittelfranken, ergänzend zur Videoüberwachung und den sowieso schon verstärkten Polizeistreifen in der Umgebung. Doch inzwischen sind die Polizeipferde dort fast täglich im Einsatz. Die Reiterstaffel habe die Lage zusätzlich beruhigen können, sagt Polizeisprecher Michael Sebald.
Deren Wirkung zeigt sich bereits, als der Pferdetransporter an diesem Vormittag am Nelson-Mandela-Platz hinter dem Bahnhof vorfährt. Schnell steht ein Mann von einer Bank auf und entfernt sich. Als Remus und Quickly dann langsam die Rampe herunterlaufen, bildet sich schnell eine Traube von Schaulustigen. Ein kleiner Junge streichelt vorsichtig Remus, ein Mädchen lässt sich von ihrer Mutter neben Quickly fotografieren.
„Wie man sieht, man kommt gar nicht weit, weil man sofort angesprochen wird“, sagt Polizeireiterin Katharina Lorenz lachend, während sie und ihre Kollegin Caroline Lehl die Pferde für den Streifendienst fertig machen. Beide tragen eine leuchtend gelbe Decke, wodurch sie schon von Weitem zu sehen sind. „Wir wollen, dass die Bürger uns sehen und wir wollen die Dienststellen, die hier täglich im Einsatz sind, mit den Pferden unterstützen“, erläutert Lorenz.
Die Menschen sollen sich dadurch am Bahnhof und in dem nahe gelegenen Park sicherer fühlen. Außerdem sollen die imposanten Tiere Kriminelle abschrecken. Dass das funktioniert, kann Sebald bestätigen. „Wir haben eine deutliche Abwanderung von der betreffenden Klientel feststellen können und auch Straftaten sind größtenteils zurückgegangen“, sagt der Polizeisprecher. DPA