Ab 2027 soll dieses Teleskop auf der Zugspitze stehen.
Garmisch-Partenkirchen – Ein neues Superteleskop soll ab 2027 auf dem Zugspitzblatt stehen. Es soll die Weltraumforschung und die Satellitentechnologie auf ein neues Niveau heben. Entwickelt wurde das Teleskop von Experten in den USA. Es handelt sich um ein Hightechgerät, das für die Massenproduktion gedacht ist. Es ist schnell gebaut und geliefert – und ist mit Kosten von mehreren Millionen Euro noch vergleichsweise günstig. Allerdings stellt sich nun heraus, dass für die Zugspitze eine bayerische Variante benötigt wird – denn einige Teile lassen sich nicht auf Deutschlands höchsten Berg transportieren.
Das 20 Meter hohe Teleskop soll nahe des Schneefernerhauses stehen. Ursprünglich sollten die Bauelemente dafür mit der Zahnradbahn auf den Berg transportiert werden. Aber der tonnenschwere Sockel mit seinen zwölf Metern Durchmesser ist zu groß. „Keine Chance, dass wir den durch den Tunnel bekommen“, sagt Matthias Kadler, Leiter des Lehrstuhls für Astronomie an der Würzburger Universität. Auch alle Hubschrauberunternehmen winkten bei den bis zu sechs Tonnen schweren Elementen ab. Damit fällt das Design aus den USA aus. Das Zugspitz-Modell muss kleiner und leichter sein. Daran tüfteln nun Experten aus ganz Deutschland. An der Größe können sie nichts ändern, um dieselbe Leistung zu garantieren. Aber am Gewicht. Alle zehn problematischen Elemente wiegen nun unter fünf Tonnen, so kann die Bundeswehr sie transportieren. Immer noch zu schwer für manche Helifirmen. Die Bundeswehr aber sagte zu – Transportproblem gelöst. Bleibt die Frage nach dem Geld, ein schwieriges Thema bei Forschungsprojekten. Doch Bayerns Umweltminister Thorsten Glaube (Freie Wähler) hatte sich bei einem Besuch auf dem Schneefernerhaus vor anderthalb Jahren begeistert gezeigt von dem geplanten Radioteleskop. Der Freistaat wird das Teleskop mit 550.000 Euro fördern. Trotzdem fehlen noch mehrere Millionen Euro. Denn das Superteleskop kostet 4,5 Millionen Euro. Dazu kommt fast nochmal genauso viel für Transport und Aufbau. Kadler hofft auf Unterstützung aus Berlin.KAT