von Redaktion

Als ich gestern Waldkauz Ulrich, besuchte, war dieser dabei, die Erde vor seiner Baumhöhle mit seinem Schnabel umzugraben. Ich schnatterte: „Sag mal, Ulrich, was machst du da?“ Er krächzte: „Na, jetzt, wo endlich Frühling ist, will ich mir ein Beet mit hübschen Blumen anlegen.“ Ich quakte: „Das ist eine tolle Idee! Aber mit dem Anpflanzen solltest du noch die Eisheiligen abwarten.“ Der Waldkauz legte den Kopf schief und krächzte: „Auf wen soll ich warten?“ Ich kicherte, dass die Eisheiligen keine echten Personen sind. Die Eisheiligen sind eine Bezeichnung für fünf Tage in der Mitte des Monats Mai, an denen es oft noch einmal frostig wird. Dieses Wetterphänomen haben die Zweibeiner im Mittelalter bemerkt.

Ulrich krächzte: „Warum nennt man diese Tage denn Eisheilige?“ Ich schnatterte, dass die Eisheiligen die Tage vom 11. Mai bis zum 15. Mai umfassen. An diesen Tagen sind auch die Namenstage von fünf katholischen Heiligen, nämlich von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Der Namenstag von Sophia ist am 15. Mai, also dem letzten Tag der Eisheiligen. Um sich besser zu erinnern, wann genau die kalten Tage sind, haben die Zweibeiner die Namen dieser Heiligen ganz genau gemerkt. Weil es an diesen Tagen so kalt wird, wurden sie Eisheilige genannt. Die Zweibeiner haben sogar extra Sprüche erfunden, die ihnen beim Gärtnern helfen sollen, etwa diesen: „Pflanze nie vor der kalten Sophie.“ Mein Freund krächzte: „Na, dann warte ich eben noch!“

Eure Paula

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