INTERVIEW

Schafkopfer knacken Weltrekord

von Redaktion

Gerry Krenn und seine Mitspieler kartelten 192 Stunden ohne Unterbrechung

7277 Spiele brachte das Team zusammen.

Gerry Krenn ging an seine Grenzen.

Die Dauer-Kartler mit ihrem Zertifikat: Der Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde nach 192 Stunden Schafkopf ist jetzt offiziell. © Privat (2), Bayer/pa

Sonthofen – Jetzt ist es offiziell: Gerry Krenn (65) und seine fünf Mitspieler aus dem Oberallgäu haben mit ihrem Schafkopf-Marathon einen Weltrekord aufgestellt. Nach 18 Monaten hat das Guinness-Buch der Rekorde die Spieldauer von 192 Stunden ohne Unterbrechung als „längstes Kartenspiel der Welt“ anerkannt. Für dieses Ziel war Gerry Krenn, Gebietsleiter für Labortransporte aus Sonthofen, an seine Grenzen gegangen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung verrät.

7277 Schafkopfspiele in acht Tagen – wie haben Sie das durchgehalten?

Wir hatten die beste Truppe, die es gibt! Immer vier von uns haben gespielt, je 16 Stunden am Stück. An Schlaf war kaum zu denken. Du bist so im Flow, da kannst du nicht abschalten. In acht Tagen habe ich keine zwölf Stunden geschlafen. Ein Lichtblick war der Wirt der Sonthofener „Adlerwirtschaft“, in der wir gespielt haben. Er hat uns immer zur rechten Zeit mit Essen versorgt – mundgerecht geschnitten, wir durften die Karten ja nicht ablegen.

Mussten Sie dafür Urlaub nehmen?

Ich schon, einer meiner Mitspieler ist Student, die vier anderen sind Lehrer und hatten Ferien.

Was war Ihr Ansporn?

Wir hatten den Weltrekord vor Augen. Wir wollten von Guinness anerkannt werden. Dafür mussten wir länger als 170 Stunden karteln.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Spielerisch gar nicht, du setzt dich hin und spielst. Aber der bürokratische Aufwand war riesig. Man braucht Zeugen, die Protokoll führen, der Wirt musste seine Konzession erweitern und alles sollte gefilmt werden. Ein Freund hat uns dabei technisch unterstützt.

Theoretisch hätten Sie auch Uno spielen können. Warum Schafkopf?

Mich fasziniert an dem Spiel die Vielseitigkeit. Man kann 50 Jahre spielen, und immer ergibt sich was Neues. Allerdings haben wir beim Weltrekordversuch unsere Grenzen erlebt; irgendwann fängt man zum Fantasieren an und sucht die Alte, obwohl man sie selber hat.

Hat sich das Dauerschafkopfen ausgezahlt?

Auf jeden Fall! Der Hype, während wir gespielt haben, war riesig, auch in vielen Schulen im Allgäu wurde geschafkopft. Den Erlös, der aus Spenden, Tombola und verlorenen Solos zusammengekommen ist, haben wir für gute Zwecke gespendet. Im Mai wollen wir unseren Erfolg in der Adlerwirtschaft feiern und Medaillen an alle verteilen, die uns unterstützt haben.

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