München – Bayern will sich seine Büros künftig nicht mehr selber bauen – sondern bestehende Gebäude mieten. „Der neue Grundsatz lautet: mieten statt bauen“, teilte die Staatskanzlei nach einer Sitzung des Ministerrates mit. Ziel sei es, vorhandene Flächen und Gebäude besser zu nutzen. Das war im November 2025 schon einmal angekündigt worden.
Sollte für die staatliche Nachfrage nichts Geeignetes im eigenen Bestand vorhanden sein, solle verstärkt auf Angebote des Immobilienmarkts zurückgegriffen werden, sagte Bauminister Christian Bernreiter (CSU). Er machte aber gleich klar, wo das Konzept an seine Grenzen stoßen dürfte, etwa bei Leuchtturmprojekten oder Spezialbauten wie Gefängnissen. Auf Nachfrage unterstrich er, es gehe nicht um den Wohnungsmietmarkt; da werde der Freistaat nicht als neuer Konkurrent auftreten. „Es geht rein um staatliche und Büroflächen.“
Intern heißt es, auch die großen Bereiche Wissenschaft, Medizin und Kulturbauten seien davon nicht tangiert. Für den geplanten neuen Münchner Konzertsaal war schon vorher (und ist weiterhin) eine Option, einen privaten Partner im Werksviertel bauen zu lassen und den Bau dann langfristig anzumieten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Darüber hinaus hat das Kabinett laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die wohl umfassendste Reform im staatlichen Bauen seit zwei Jahrzehnten beschlossen. Ziel: mehr Tempo, weniger Kosten, weniger „Behörden-Pingpong“. Der staatliche Hochbau ist mit derzeit rund 650 Projekten mit einer Bandbreite von 3 Millionen Euro bis 5 Milliarden Euro ein Konjunkturfaktor.
Um mehr Baumaßnahmen für Wohnraum anzukurbeln, werden außerdem zentrale staatliche Vorgaben in der Wohnungsbauförderung abgeschafft. Unter anderem sind Balkon/Terrasse nicht mehr vorgeschrieben, auch kein zweites WC mehr in Vier-Zimmer-Wohnungen.CD/DPA