von Redaktion

Gestern Abend watschelten wir hinter Waldemar her zum Dorf bis in einen Garten. „Setzt euch und seid ganz still“, brummte der Waschbär. Dann hörten wir ihn: einen wunderschönen Vogelgesang. „Das ist eine Nachtigall“, schnatterte Agnes leise. „Sie ist seit ein paar Tagen die ganze Nacht lang zu hören“, brummte Waldemar.

„Dann ist es ein Männchen auf Brautschau“, quakte Agnes, „denn wenn sich ein Pärchen schon gefunden hat, dann singt das Männchen nur noch tags oder in der Dämmerung.“ Dieser Nachtigallmann legte sich ordentlich ins Zeug, um eine Frau zu finden. „Wittwittwitt“, sang er und „düridüridü, fififi“ und „wiii wiii“. „Ich würde ihn zu gerne sehen“, quakte ich. „Du würdest dich wundern, wie klein und unscheinbar er ist“, schnatterte Agnes. „Nachtigallen sind nur so groß wie ein Spatz, und sie haben keine bunten Federn. Aber hübsch sind sie dennoch, und stellt euch vor: Ein Nachtigallmann kann bis über 200 verschiedene Strophen singen.“

Der Nachtigallmann hatte uns gehört, plötzlich saß er vor uns auf einem Zweig. Wir stellten uns vor und quakten ihm, wie wunderschön wir seine Stimme finden. „Hoffentlich locke ich damit bald ein Weibchen an“, zwitscherte er, „dann bauen wir ein Nest und ziehen unsere Kinder auf. Bis zum Sommer müssen sie stark sein, denn dann fliegen wir nach Afrika.“ „Du bist ein Zugvogel?“, schnatterte ich. „Ohja“, zwitscherte die Nachtigall, „ich bin klein, aber ich kann 5000 Kilometer weit fliegen.“

Eure Paula

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