Erding – Sie rückten mit Zangen und Bolzenschneidern an, schnitten in Zweiergruppen Löcher in die Zäune am Flughafengelände – und klebten sich mit Bannern am Boden fest. Wegen dieser Aktion einer Gruppe von Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ musste der Flughafen München am 18. Mai 2024, einem Samstag in den Pfingstferien, für knapp zwei Stunden seinen Betrieb einstellen. 60 Flüge wurden annulliert, 14 Maschinen mussten umgeleitet werden. Nun stehen die Eindringlinge in Erding vor Gericht.
Acht Personen waren damals beteiligt, sechs davon schafften es auf die Zufahrten für Start- und Landebahnen, ein Duo wurde davor von einer vorbeifahrenden Streife erwischt. Sieben von ihnen, heute zwischen 24 und 46 Jahre alt, wird nun der Prozess gemacht, der achte Beteiligte muss sich separat vor einem Jugendgericht verantworten.
Am ersten Verhandlungstag bekannten sich die Angeklagten zu der Aktion. Man habe damals die Intention gehabt, mit der gewaltfreien Aktion genügend öffentliches Interesse zu schüren und so die Politik zum Handeln zu zwingen. Doch eine der Angeklagten hat nach eigenen Angaben im Kampf gegen die Klimakatastrophe mittlerweile resigniert. Die 46-Jährige aus Berlin sagte: „Ich habe die Hoffnung aufgegeben.“ Nach Urteilen wegen anderer Aktionen habe sie bereits etwa eine halbe Million Euro Schulden. Der Prozess dauert an.RS