München – Emotionale Szenen im Gericht: Mehrfach brach Farhad N. (25) am Freitag in Tränen aus, schluchzte ungehemmt, konnte kaum noch gerade sitzen. Der Grund: nicht etwa das Leid der insgesamt 44 Opfer, die er im Februar 2025 mit seinem Mini Cooper schwer verletzte und – im Fall einer Mama mit ihrer Tochter – sogar tötete. Sondern das Wiedersehen mit Freunden und seinem Bruder, die als Zeugen am Oberlandesgericht aussagen mussten.
„Alle, die ihn kennen, sind schockiert über diese Tat“, sagte ein Freund. Die Arbeit als Wachmann, Fitnesstraining und Soziale Medien standen im Zentrum des Lebens von Farhad. Er sei zurückhaltend, und doch habe er sein Umfeld motiviert – vor allem zum Sport. Nie sei er aggressiv gewesen. Doch auch eine andere Seite wird vor Gericht deutlich: Farhad N. sei naiv, verliebe sich „sehr schnell“, war auch schnell eingeschnappt. Über sein Inneres aber, über Gefühle „hat er nie gesprochen“, berichtet der Bruder.
Wochen vor der Tat folgte Farhad N. plötzlich Predigern, sah religiöse Videos. „Gott redet mit mir“, sagte er dem Bruder, der ihn im Gefängnis besuchte. „Ich bin sicher, dass ich Märtyrer werde“, notierten Beamte dort. Er wolle das Leben „bei den Ungläubigen nicht“. Von Freunden hatte er sich vor dem Anschlag auf die Verdi-Demo verabschiedet.THI