Würzburg – Mehr Personal, häufigere Präventionsschulungen und ein transparenterer Umgang mit Akten: Das sind einige der Konsequenzen, die das Bistum Würzburg aus seiner vor einem Jahr veröffentlichten Missbrauchsstudie gezogen hat. Bischof Franz Jung, Generalvikar Jürgen Vorndran und Annika Herzog, kommissarische Leiterin der Stabsstelle Prävention, Intervention und Aufarbeitung, stellten am Freitag die Ergebnisse vor.
Ein Schwerpunkt habe 2025 darauf gelegen, die Empfehlungen und Kritikpunkte der Unabhängigen Aufarbeitungskommission aufzugreifen, sagte Herzog. Die Stabsstelle sei von drei auf fünf Stellen aufgestockt worden, davon seien aber 1,5 noch nicht besetzt. Präventionsschulungen fänden nun alle ein bis zwei Jahre statt alle fünf Jahre statt. Formate dafür erarbeite man aktuell.
Auch bei der Implementierung von Schutzkonzepten in den pastoralen Räumen komme man voran, bei knapp 17 Prozent sei dieser Prozess schon abgeschlossen. Zudem stelle sich die Frage, wie man mit Ehrenamtlichen umgehe. Diese würden bislang nicht zentral erfasst. Einerseits solle sich das ändern, andererseits müsse man im Blick behalten, was Ehrenamtlichen abverlangt werden könne.
Für die Aktenführung sei in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Regelwerk erarbeitet worden, sagte Herzog. Dieses garantiere geordnete Prozesse, aber auch den Schutz vertraulicher Daten und den Zugang zu Akten zwecks Aufarbeitung.