Viel Analyse-Arbeit: Chemiker Dr. Jürgen Bügler mit beschlagnahmten Kokain-Kapseln (l.) und Ketamin. Das Kokain ist rund 70.000 Euro wert. © Achim F. Schmidt (3)
Drogen-Labor im LKA: Cannabis ist heute hoch gezüchtet.
Norbert Radmacher leitet das LKA seit 2024.
München – Die Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität ist eine der Kernaufgaben des LKA – es ist für diesen Bereich die größte kriminalpolizeiliche Ermittlungsstelle in Bayern. Das Thema Drogen betrifft gleich mehrere Bereiche: Zum einen das Drogendezernat, das von Markus Neueder geleitet wird. Zum anderen die Sparte Naturwissenschaften im Kriminaltechnischen Institut. Hier werden die beschlagnahmten Rauschgifte von Chemikern bestimmt und ausgewertet.
Eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist Dr. Manfred Gimbel. Wie er erklärt, hat sich die Arbeit der Experten sehr verändert. „1990 hatten wir es grob mit fünf Stoffen zu tun“: Cannabis, Kokain, Heroin, LSD und Ecstasy. Heute geht es um mehrere hundert Stoffe. Neue psychoaktive Substanzen (NpS)überschwemmen den Markt. Wird ein Stoff als illegal deklariert, „bauen“ die Hersteller einfach weitere Molekülteile an und verändern seine Struktur. Das stellt die Sachverständigen beim LKA vor ständig neue Aufgaben.
Die Ermittler sind auch mit neuen Konsumformen und Märkten konfrontiert. „Viele Jugendliche bestellen sich Substanzen im Internet“, erklärt Neueder. Ohne nur erahnen zu können, welche Stoffe drinstecken. Oder wie groß die Gefahr ist. Schon 24 Tote haben die NpS 2025 allein in Bayern gefordert. Die Zahl der aufgedeckten Fälle ist um 60 Prozent auf 1308 gestiegen. Dauerproblem ist und bleibt Kokain. „München erlebt seit Jahren eine regelrechte Schwemme“, sagt Neueder. Folge des stetig sinkenden Preises, der pro Gramm teils unter 70 Euro liegt: Koks ist längst keine Droge der Reichen mehr, es wird in allen sozialen Schichten konsumiert. Auf dem Labortisch von Dr. Jürgen Bügler liegt es an diesem Tag in einer Tüte voller Kapseln, die von Kurieren geschluckt werden. Wert des Beutels: rund 70.000 Euro. An dem Chemikerteam ist es, das Rauschgift und seine Zusammensetzung zu bestimmen. Die Werte gehen in ein Gutachten ein, das wichtig für das Ermittlungsverfahren ist. Ein kleiner Erfolg im großen Kampf gegen die Drogen-Mafia.
Tag der offenen Tür
Am Samstag, 9. Mai, begrüßt das Bayerische Landeskriminalamt interessierte Bürger in der Maillingerstraße 15 in München von 10 bis 16 Uhr. Der Biergarten mit Live-Musik hat bis 20 Uhr geöffnet. An zahlreichen Stationen informiert die Polizei zu Themen wie Falschgeld, Automatensprengern, KI und Extremismus. Es gibt auch ein Kinderprogramm. Infos unter www.polizei.bayern.de