Phantombilder: Den Tätern ein Gesicht geben

von Redaktion

Johanna Schwair erstellt die Phantombilder. © A. Beier

Johanna Schwair erstellt seit zwölf Jahren Phantombilder von Tätern nach Kapitalverbrechen. „Ich bringe die Erinnerungen der Zeugen zu Papier“, erklärt die Grafikdesignerin. Ein bis zwei Stunden dauert es, gemeinsam mit jemandem, der ein Kapitalverbrechen wie Mord, Raub oder Totschlag beobachtet hat oder selbst Opfer geworden ist, ein Phantombild anzufertigen. Schwairs Büro gleicht einem Loft – hell und geräumig. Die entspannte Atmosphäre soll sich auf die Zeugen übertragen, wenn sie einen Täter beschreiben. Denn oft durchleben sie dabei die emotionale Situation noch einmal.

40 Vorlagen für Köpfe stehen Schwair zur Verfügung, dazu hunderte verschiedene Haar-Typen, Nasen oder Augen. Früher wurde das alles mit der Hand gezeichnet und mit einem Setzkasten gearbeitet. Heute werden Phantombilder am PC erstellt. Sogar fertige Tattoos gibt es in der Datenbank. „In Angstsituationen brennen sich solche Eindrücke ein“, sagt Schwair. Aber: „Jeder würde dieselbe Person anders beschreiben.“THI

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