Tankrabatt kommt bei Verbrauchern spät an

von Redaktion

Sprit bleibt am langen Mai-Wochenende noch teuer

So schnell wird das Tanken noch nicht billiger. © dpa

München – Am 1. Mai sinkt die Mineralölsteuer um 14,04 Cent pro Liter Benzin und Diesel, plus Mehrwertsteuer also um rund 17 Cent. Doch der Endverbraucher wird davon zumindest vorerst nichts merken. Das prognostizieren freie Tankstellen und Branchen-Verbände. Denn zum einen haben viele Tankstellen dann in ihren Lagern noch Kraftstoffe, die sie zum alten Steuersatz eingekauft haben und nicht mit Verlust weiterverkaufen werden. Außerdem fällt die Preissenkung auf ein langes Wochenende. „Am 1. Mai kann kein Kraftstoff zum reduzierten Steuersatz ausgeliefert oder eingekauft werden“, erklärt Christian Amberger, Inhaber und Geschäftsführer der Allguth-Tankstellen. „Erst ab Samstag laufen wieder Lieferungen, dann erstmals auf Basis des neuen Steuersatzes.“ Der 3. Mai ist ein Sonntag, die Raffinieren sind dann wieder geschlossen. Das heißt: An Tankstellen treten nur mit Verzögerung Preiswirkungen auf, weil es das billigere Benzin noch nicht zu kaufen gibt.

Viele freie Tankstellen fragen sich, ob sie die Lager fürs lange Mai-Wochenende füllen oder lieber warten und Steuern sparen sollen. „Für eine sichere Versorgung müssten die Tankstellen zum 1. Mai eigentlich volle Tanks haben“, sagt Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer des Bundes Freier Tankstellen. „Auf der darin enthaltenen hohen Energiesteuer bleiben sie ohne Ausgleich aber sitzen. Wer vernünftig bevorratet, trägt das Risiko. Wer Bestände niedrig hält, riskiert Versorgungsprobleme.“ An dem Wochenende könnte Benzin also knapp werden. Eine Verschiebung der Mineralölsteuersenkung auf den 4. Mai hält Kaddik daher für besser.

Das findet auch Christian Amberger von der Allguth-Tankstelle. „Eine Einführung nach dem langen Wochenende wäre für die Branche besser gewesen.“ Wichtig sei doch, dass die Entlastung schnell bei den Verbrauchern ankommt. Allguth setze auf Verlässlichkeit, also einen ausreichenden Benzinvorrat. Der Preisdruck wegen des neuen Steuersatzes (teuer einkaufen, ab 1. Mai den Kunden zuliebe möglichst billiger verkaufen) geht aber auch an seinem Unternehmen nicht vorüber. „Wir dürfen nicht unter unserem Einkaufspreis verkaufen. Unsere Margen liegen im niedrigen Cent-Bereich pro Liter. Damit bleibt kaum Spielraum für Preisgestaltung.“ Der Verband Fuel und Energie rät Autofahrern jedenfalls: Wer nicht gerade am ersten Mai-Wochenende tanken muss, sollte noch ein paar Tage warten.IWI

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