von Redaktion

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum man manchmal traurig ist, obwohl man das gar nicht sein will? Bei uns am Ententeich war es letzte Woche ganz still. Nicht, weil niemand da war. Sondern weil jemand fehlte. Carlotta. Sie war Klaras beste Kindheitsfreundin. Die beiden haben alles zusammen gemacht: im Kreis geschwommen, Quatsch geschnattert, sich gegenseitig Geschichten erzählt. Und dann – eines Morgens – war sie weg. Ihre Familie ist an einen anderen See gezogen. Ganz weit weg.

Klara saß seitdem oft am Ufer und starrte ins Wasser. „Das ist so unfair“, schnatterte sie. „Ich will gar nicht traurig sein. Das fühlt sich doof an.“ Ich setzte mich neben sie. „Vielleicht geht das ja wieder weg“, quakte ich vorsichtig. „Aber warum ist es überhaupt da?“, fragte Klara und stampfte mit dem Fuß ins flache Wasser. „Warum gibt es Traurigkeit? Die braucht doch niemand!“

Da räusperte sich Agnes und schob – wie immer – ihre Brille zurecht. „Doch“, quakte sie ruhig. „Gefühle haben einen Sinn.“ „Na toll“, schnatterte Klara. „Und was bitte soll an daran sinnvoll sein?“ Agnes setzte sich zu uns. „Stell dir vor, du würdest gar nichts fühlen“, begann sie. „Keine Freude, keine Angst, keine Liebe. Dann wäre dir alles egal. Du würdest nicht merken, was dir wichtig ist.“ Ich runzelte die Stirn. „Und Traurigkeit zeigt uns… was?“ „Dass uns etwas fehlt, das uns wichtig war“, quakte Agnes geduldig. „Traurigkeit ist wie ein Hinweis. Sie zeigt uns, dass wir etwas hatten, das wertvoll war.“

Eure Paula

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