Ich saß am Maibaum und schaute den Wolken am Himmel zu. Da kam Klara und quakte: „Wisst ihr, dass in Amerika ein Tornado ausgelöst werden oder in China ein Fahrrad umfallen kann, wenn in Brasilien ein Schmetterling mit seinen Flügeln schlägt?“ „Wo hast du denn diesen Quatsch aufgeschnappt?“, brummte Waldemar. Agnes aber nickte. „Klara hat recht“, schnatterte sie, „zumindest theoretisch wäre das möglich. Die Zweibeiner nennen das die Chaostheorie.“
„Das müsst ihr erklären“, quakte ich. „Also, die Chaostheorie geht auf den Forscher Edward Lorenz zurück“, schnatterte Agnes, „Der wollte das Wetter voraussagen können. Dazu fütterte er seinen Computer mit vielen Daten: Lufttemperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit, Feuchtigkeit, welche Wolken am Himmel sind, ob es regnet oder Nebel hat und so weiter.“ „Was kam dabei heraus?“, quakte ich. „Das weiß ich nicht“, schnatterte Agnes, „aber darum geht es gar nicht. Sondern: Edward Lorenz wollte das Ergebnis überprüfen und gab die Daten ein zweites Mal ein. Aber er tippte die Daten leicht verkürzt ein.“ „Und es kam etwas anderes raus“, quakte Klara, „habe ich recht?“ „Genau so war es“, schnatterte Agnes. „Der Unterschied war keineswegs klein, sondern richtig groß. Edward Lorenz schloss daraus, dass kleine Veränderungen auf lange Zeit große Vorgänge auslösen können, weil in der Natur alles miteinander verwoben ist. Und das nennen die Zweibeiner Chaostheorie.“
Eure Paula