Die Feldspitzmaus überträgt den Borna-Virus. © IMAGO
Mindelheim – Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Infektionen mit dem Virus, das vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen werde, seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich.
Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie sich der Mensch infiziert habe. Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil in Bayern.
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Lebende oder tote Tiere sollten nicht berührt werden.
Im März wurde ein Infektions-Fall im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Kreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem Kreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals keine Erklärung.DPA