DAS PORTRÄT

Ein Landwirt und sein Rüben-Roboter

von Redaktion

Landwirt Hannes Bichler und sein Roboter. © Gehre

Hannes Bichler bewirtschaftet in Wenigmünchen (Kreis Fürstenfeldbruck) rund 300 Hektar. Vor 24 Jahren hat er auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Das bedeutet aber auch, dass auf dem Acker mehr Arbeitsschritte erforderlich sind. Unkraut etwa, das auf konventionell wirtschaftenden Höfen mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft wird, muss in der Biolandwirtschaft manuell entfernt werden. Manchmal sogar von Hand. Diesen Aufwand wollte Hannes Bichler nicht mehr betreiben. Deshalb hat er sich einen Rüben-Roboter zugelegt. Das Gerät kann sowohl Rüben ansäen, als auch Unkraut entfernen. Die Investition wurde während der Pandemie wichtig. Denn damals durften keine Helfer aus Osteuropa mehr einreisen. Pro Hektar fallen bei den Rüben 100 bis 180 Handarbeitsstunden an, erklärt Bichler. „Mit dem Roboter kann man es um die Hälfte reduzieren.“

Nun zieht also der sogenannte Farmdroid auf dem Rübenacker seine Kreise. Langsamer als in Zeitlupe rollt er mit seinen drei Reifen übers Feld. Dafür ist er präzise. Laut Hersteller kann der Roboter das Saatgut mit einer Genauigkeit von acht Millimetern im Boden platzieren. Genauso präzise arbeitet er bei der Bekämpfung des Unkrauts. Der Farmdroid merkt sich genau, wo er das Saatgut in den Boden gelegt hat – und jätet mit seinen Hackmessern drum herum. „Das ist eine große Entlastung“, sagt Landwirt Hannes Bichler. Pro Hektar rechnet der Landwirt mit einer Ernte von rund 65 Tonnen.TOBIAS GEHRE

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