Goldhunde suchen den Schatz

von Redaktion

Gestohlene Kelten-Münzen: Ermittler durchkämmen Anwesen des Täters

Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts. © dpa

Das Urteil gegen den Haupttäter (Mitte) ist bereits gefallen – doch es ist noch nicht rechtskräftig. © dpa

Goldspürhunde des Ungarischen Nationalmuseums unterstützen die bayerischen Fahnder auf dem Anwesen des mutmaßlichen Haupttäters. © Bernd Wüstneck/dpa

Plate/Manching – Sie rückten am Morgen an, und sie drehten jeden Stein um. In einer spektakulären Razzia haben Kunstfahnder des Bayerischen Landeskriminalamts am Montag nach dem Goldschatz von Manching gesucht – und zwar auf einem Grundstück bei Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Anwesen des Haupttäters, der zu elf Jahren Haft verurteilt worden ist und in Stadelheim sitzt, vermuten die Ermittler das fehlende Gold.

Im November 2022 war der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts aus dem Kelten- und Römer-Museum in Manching gestohlen worden. Vier Täter wurden festgenommen und ein Teil der geklauten Goldmünzen mit einem Gewicht von 500 Gramm sichergestellt. Doch wo ist der Rest des wertvollen Schatzes?

Die Beamten der Sonderkommission Oppidum gehen davon aus, dass die noch fehlenden 422 Goldmünzen mit einem Gewicht von drei Kilo und ein Goldgusskuchen im Wohnhaus oder zumindest auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen und seiner Lebensgefährtin „professionell versteckt“ sind, wie es in einer Mitteilung heißt. Neue Erkenntnisse gaben nun Anlass zur erneuten Durchsuchung. Der dringende Tatverdacht: Geldwäsche.

„In akribischer Kleinstarbeit“, so die Ermittler, wurde das Gelände auf den Kopf gestellt. Mit modernster Röntgen- und Radartechnik wurde jedes Zimmer vermessen und mit den Bauplänen abgeglichen, um doppelte Wände oder andere bauliche Veränderungen festzustellen. Jedes Möbelstück wurde auf Versteckmöglichkeiten untersucht. Die Bodenplatte des Einfamilienhauses und das gesamte Grundstück wurden mit einem Bodenradar gescannt. Vier Goldspürhunde aus Ungarn suchten nach dem Schatz. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Lebensgefährtin des Haupttäters von den Taten wusste. Der hatte einen Großteil der Münzen offenbar eingeschmolzen, um deren Herkunft zu verschleiern und sie später zu verkaufen. Offenbar hatte die Lebensgefährtin angeboten, beim Absetzen des Goldklumpens zu helfen. Ob gestern Gold sichergestellt wurde, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.CAZ

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