Laim drängt auf Lösung für Röhre

von Redaktion

Eng her geht es für Fußgänger und Radfahrer in der Laimer Röhre. © Fabian Englmann

München – Enge, Stress und Fahrradklingeln – so lässt sich der Arbeitsweg durch die Laimer Röhre schon seit vielen Jahren beschreiben. Wer hier morgens durchwill, muss gut auf sich aufpassen. Das belastet nicht nur die Bürger im Viertel, auch im Bezirksausschuss (BA) Laim herrscht deshalb ein seltener, fast schon eingeschworener Konsens: So, wie die Zustände vor Ort sind, können sie nicht bleiben.

Auslöser der jüngsten Debatte war ein Antwortschreiben des Mobilitätsreferats. Zwar zeigt die Behörde Verständnis für die schwierige Situation vor Ort – vorgeschlagene Lösungen lehnte sie aber erneut ab. Radfahrer seien auf die Röhre angewiesen, die Kfz-Unterführung sei hier keine Alternative. Eine Trennung zwischen Rad- und Fußweg wäre außerdem aufwendig: Bauarbeiten würden bedeuten, die Röhre über einen längeren Zeitraum zu sperren. Das Mobilitätsreferat verweist schlussendlich auf die kommende Umweltverbundröhre (UVR), welche die Situation vor Ort ab Dezember 2028 entschärfen wird.

Doch die aktuelle Situation bleibt für die BA-Mitglieder nicht hinnehmbar. Gerhard Laub (Grüne) beschreibt sie als unerträglich und warnt: „Dass bisher kein Unfall geschehen ist, ist ein Zufall.“ Auch Alexandra Gaßmann (CSU) ist frustriert: „Wir haben fast unzählig viele Vorschläge gemacht – und wir kriegen erneut die Antwort, dass nichts passiert.“

Rechtlich gilt die Unterführung als Gehweg, auf dem Radverkehr erlaubt ist. Zwar ist eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde angeordnet, realistisch ist das im Alltag aber nicht. Der nächste Anlauf für eine Lösung ist nun ein runder Tisch. Der Unterausschuss Mobilität möchte dabei unter anderem mit dem Mobilitätsreferat, der Deutschen Bahn, dem Behindertenbeirat und der Polizei ins Gespräch kommen. Ziel: Bis zur Fertigstellung der UVR soll zumindest eine brauchbare Zwischenlösung gefunden werden.

Ein anderes langjähriges Sorgenkind am Bahnhof ist die Barrierefreiheit. Seit Dezember 2025 ist für die Fahrt stadtauswärts zwar ein neuer Aufzug in Betrieb – doch für die Fahrt stadteinwärts fehlt dieser weiterhin. Die Deutsche Bahn empfiehlt mobilitätseingeschränkten Fahrgästen deshalb umständliche Umwege. Immerhin: Ab Sommer zeichnen sich Lösungen ab, dass die Bahnsteige wieder per Lift zu erreichen sind.

Zuletzt hatte Gaßmann im Ausschuss kritisiert, dass Wegweiser zum neuen Aufzug teilweise abgefallen seien. Zudem stehe der Weg dorthin über mehrere Meter unter Wasser und die Rampe sei aus ihrer Sicht für Rollstuhlfahrer zu steil. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Deutsche Bahn, dass ein Teil dieser Probleme bekannt sei. Die Beschilderung werde bereits „Stück für Stück“ verbessert.

Für die Überschwemmung sei zuletzt Starkregen verantwortlich gewesen. Man habe reagiert und eine zusätzliche Pumpe verbaut. Bei der Rampe sehe die Bahn hingegen keine Probleme: Der Neigungswinkel entspräche dem Regelwerk der Bahn.FABIAN ENGLMANN

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