Gestern watschelte ich mit Agnes am Teich entlang. Die Luft roch nach Frühling, und überall an den Bäumen zeigte sich neues Grün. Aber als ich genauer hinschaute, fiel mir etwas Merkwürdiges auf. „Agnes“, quakte ich, „Sieh mal, die Blätter: Manche sind dunkelgrün, und manche sehen aus, als hätte jemand sie mit heller Frühlingsfarbe angemalt.“ „Stimmt“, schnatterte Agnes. „Die jungen Blätter sehen fast aus, als wären sie noch nicht ganz fertig.“ „Genau das dachte ich auch!“, schnatterte ich. „Vielleicht müssen Blätter erst noch nachgrünen. So wie Brot im Ofen erst noch braun werden muss.“
Agnes lachte. „Ein Baum voller halbfertiger Brote wäre allerdings seltsam.“ Ich stubste vorsichtig eines der hellen Blätter mit dem Schnabel an. „Warum Blätter erst später richtig grün?“ Agnes schnatterte: „Junge Blätter haben oft noch nicht so viel Chlorophyll wie ältere.“ „Chloro… was?“ „Chlorophyll“, wiederholte Agnes langsam. „Das ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Damit fangen Pflanzen das Licht ein. So können sie wachsen und sich versorgen.“ Ich sah das kleine Blatt noch einmal an. „Also ist in jungen Blättern am Anfang noch weniger von diesem Grün drin?“ „Genau“, sagte Agnes. „Deshalb wirken sie oft heller. Sie sind noch ganz frisch und mitten im Wachsen.“ „Dann sind sie also Blätter-Kinder“, sagte ich. „Wenn sie größer und kräftiger werden, bilden sie mehr Chlorophyll. Dann werden sie meist dunkler.“
Eure Paula