Passauerin stirbt an Hantavirus

von Redaktion

Todesfälle auf Kreuzfahrtschiff: Labortests bestätigen seltene, gefährlichere Variante

Die Hondius liegt mit 150 Menschen an Bord vor Kap Verde. Drei Passagiere starben an dem Hantavirus – eine von ihnen stammte aus Bayern. © AFP

Kap Verde/Passau – Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde sind zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und eine Kontaktperson von Bord geholt worden. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, erklärte gestern, die drei Betroffenen seien nun auf dem Weg in die Niederlande. Bei Labortests in Südafrika und der Schweiz wurde unterdessen eine Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt.

Die „Hondius“ liegt seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem zuvor das Virus an Bord festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine Deutsche, starben an den Folgen. Bei der Deutschen handelt es sich laut einem Bericht der Mediengruppe Bayern um eine 78-jährige Frau aus Passau. Laut „PNP“ war eine Freundin der Frau von der Reederei informiert worden, sie war als Notfall-Kontakt angegeben.

Gestern gab Ann Lindstrand, die WHO-Vertreterin in Kap Verde, den Beginn der Evakuierung bekannt. Zwei Crewmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die laut Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind, und eine Kontaktperson der am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen wurden laut WHO im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord geholt und zum Flughafen gebracht. Der Gesundheitszustand der drei Betroffenen sei stabil, Symptome hätten bisher nur zwei von ihnen. Wie ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr bestätigte, sollte die Kontaktperson am Flughafen Amsterdam von der Feuerwehr abgeholt und am Abend zur Düsseldorfer Universitätsklinik gebracht werden. Nach Abschluss der Evakuierungsaktion sollte das Kreuzfahrtschiff die Kapverden verlassen und Kurs auf die Kanaren nehmen. Wie der Kreuzfahrtveranstalter mitteilte, reisten zwei Infektiologen nach Kap Verde, die bis zur Ankunft auf den Kanaren an Bord bleiben sollen.

Hantaviren werden über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, allerdings nur bei dem in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm. Die „Hondius“ hatte ihre Reise am 1. April in Ushuaia in Argentinien begonnen.

Ein erster Passagier aus den Niederlanden war am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus. Die WHO und Südafrikas Behörden versuchen nun, die 82 Passagiere und sechs Crewmitglieder ausfindig zu machen, die mit der Frau im Flugzeug gewesen waren. Zwei weitere Passagiere, die ausgeflogen wurden, werden derzeit in Johannesburg und Zürich behandelt. Bei beiden wurde der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Virusstamm nachgewiesen. Auch beim Andes-Virus komme eine Übertragung aber „nur bei sehr engem Kontakt zwischen Menschen“ vor.AFP

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