Aschaffenburg – Fast 42 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 19-jährigen Maria in Aschaffenburg hat der mutmaßliche Täter das Verbrechen gestanden. „Es tut ihm sehr leid, dazu steht er auch“, sagte die Verteidigerin des 67-Jährigen zu Prozessauftakt vor dem Landgericht Aschaffenburg. Er habe die junge Frau im Rahmen eines Streits getötet, im Affekt. „Mein Mandant war damals sehr verletzt, aber nicht übermäßig eifersüchtig“, sagte die Anwältin. „Er war vorher und nachher auch nie gewalttätig.“
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte bei der Tat am 30. Juli 1984 heimtückisch gehandelt hat, aus Eifersucht und Rache. Für den Mordprozess sind fünf Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt. Dem staatenlosen Verdächtigen droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe.
Seit der Tat hatte die Polizei vermutet, dass der damalige Ex-Freund der mutmaßliche Täter ist – allerdings konnte er jahrzehntelang nicht gefasst werden. Der Verdächtige floh nach der Tat von Frankfurt aus in die Türkei, wo er geboren wurde. Ende 2024 nahmen sich Altfall-Ermittler das ungelöste Verbrechen wieder vor und fanden den Mann in der Türkei.DPA