München – Nach der Corona-Pandemie fordern Betroffene eine bessere Versorgung von Patienten mit Langzeitfolgen. Die Initiative #LiegendDemo plant deswegen bundesweit Demonstrationen, auch in mehreren bayerischen Städten. Ziel ist es, insbesondere über die schwerwiegende Krankheit ME/CFS aufzuklären. Aus Anlass des internationalen Tags zur Aufklärung über die Krankheit am 12. Mai sind in Bayern mehrere Aktionen geplant. An diesem Samstag soll es Demos in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Würzburg geben.
ME/CFS-Betroffene fühlen sich dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen leiden wie starken Schmerzen unterschiedlicher Art. Die langwierige Krankheit wurde zuletzt vornehmlich als Folge einer Covid-19-Erkrankung bekannt, kann aber auch nach anderen Infektionen auftreten. Durch die Pandemie soll die Zahl der Betroffenen stark gestiegen sein. Nach Angaben der Initiative sind inzwischen mehr als 600.000 Menschen in Deutschland an ME/CFS erkrankt. Gefordert werden eine bessere Medizinerausbildung, mehr Forschung und spezialisierte Kompetenzzentren. Die chronische Erkrankung ME/CFS werde trotz ihrer Schwere und Häufigkeit in Versorgung und Forschung massiv vernachlässigt. Bei den Demos sollen sich die Teilnehmenden für mehrere Minuten regungslos auf den Boden legen, als Symbol für die chronisch Erkrankten, die ihr Bett nicht mehr verlassen können. Das bayerische Gesundheitsministerium verweist auf Projekte zu Corona-Langzeitfolgen und ME/CFS. Betroffene müssten im Gesundheitssystem zeitnah geeignete Unterstützung und Therapien erhalten, sagt Ministerin Judith Gerlach (CSU).DPA