Die München Klinik Schwabing ist auch auf hochansteckende Krankheiten spezialisiert. © K. Brumbauer
München – Nach dem dramatischen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Südatlantik wird ein betroffener Passagier in der München Klinik Schwabing betreut. Das Spezialistenteam ist für dessen Betreuung bestens ausgerüstet und gewappnet. Die Schwabinger Spezialisten genießen international einen hervorragenden Ruf bei der Versorgung von Menschen, die mit hochansteckenden Erregern in Kontakt gekommen sind.
Der Ausbruch auf der „MV Hondius“ hat bisher drei Menschenleben gekostet, darunter eine 78-jährige Frau aus Passau. Die Kontaktperson, die in Schwabing betreut wird, gehört zu einer Gruppe deutscher Reisender, die nach einer Zwischenstation auf der Kanareninsel Teneriffa in die Bundesrepublik zurückgekehrt sind.
Die Einlieferung erfolgt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in die spezialisierte Abteilung für Infektiologie der München Klinik. Dort soll die Hantavirus-Kontaktperson engmaschig überwacht werden. Allerdings wird die bayernweit einzigartige Sonderisolierstation nach Merkur-Informationen vorerst nicht in Betrieb genommen.
Die München Klinik Schwabing verfügt über besonderes Know-how bei der Betreuung von Patienten mit hochansteckenden Erkrankungen und deren Kontaktpersonen. Hier wurde auch der erste Corona-Patient versorgt. Während der Pandemie gehörte das Krankenhaus zu den wichtigsten Behandlungszentren.
Der Ausbruch der gefährlichen, aber sehr seltenen Variante des Hanta-Virus sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Gegenüber unserer Zeitung hatte der Münchner Virologe Professor Alexander Kekulé nach dem Vorfall strengere Gesundheitsregeln für Kreuzfahrt-Reedereien gefordert. So sei ein Schiffsarzt bei schweren Virusausbrüchen zu wenig.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass es sich um den südamerikanischen Andes-Typ handelt. Wie berichtet, ist dieser Erreger besonders tückisch, da er – im Gegensatz zu den in Deutschland heimischen Hantaviren – in seltenen Fällen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.ANDREAS BEEZ