Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. © AFP
München – Die Forderung nach einem Fernbahnanschluss des Flughafens München gibt es schon lang, jetzt wird es offenbar konkret. Bei der Deutschen Bahn gibt es Planungen, die ICE-Linie 60, die eigentlich am Münchner Hauptbahnhof endet, bis zum Flughafen zu verlängern. Entsprechende Überlegungen werden auf Drehscheibe-online.de, einem Online-Forum, diskutiert. Demnach wurden auch schon Lokführer angefragt, ob sie die nötige Streckenkunde erwerben möchten. Die Bahn greift damit auch eine Forderung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf.
Statt einen neuen Fernbahnanschluss erst noch zu bauen, soll der ICE einfach bestehende Gleise der S8 nutzen. Genannt wird ein Starttermin im Juli. Dahinter steht allerdings ein großes Fragezeichen, ist zu hören. Die Bahn hält sich bedeckt, dementiert das aber nicht: „In Bezug auf aktuelle Gerüchte zu einer ICE-Anbindung des Münchner Flughafens gilt: Neue Angebote kommunizieren wir grundsätzlich erst, wenn sämtliche für die Betriebsaufnahme erforderlichen Schritte erfolgreich abgeschlossen sind.“ Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich gestern noch nicht.
Die Züge fahren auf der Strecke (Basel–)Karlsruhe–Stuttgart, dann weiter über die Schnellfahrstrecke Ulm/Wendlingen weiter nach Augsburg und München. Der Bahnhof Basel wird dabei nur zeitweise bedient. Sie würden dann alle zwei Stunden am Hauptbahnhof „Kopf machen“, also die Fahrtrichtung wechseln und über den Münchner Südring zum Ostbahnhof und weiter auf den Gleisen der S8 bis zum unterirdischen Bahnhof des Airports fahren (siehe Grafik/rote Linie). Am Flughafen hält der ICE dann zum Ausstieg, anschließend würde er weiter zu einer Wendeanlage fahren. Dann könnten die ICE-Züge auf dem Gegengleis zurückfahren.
Geplant ist der Einsatz des Zugtyps ICE 3 neo, diese sind nur 200 Meter lang und könnten am Flughafenbahnhof halten. Es gibt allerdings verschiedene Hemmnisse wie etwa die fehlende Zulassung des ICE sowohl für den Flughafentunnel als auch für die Tunnel auf der S-Bahn-Strecke bei Unterföhring und Ismaning. Vor allem aber muss geprüft werden, wie der ICE zwischen den Zügen der S8 eingefügt werden kann, ohne den S-Bahn-Verkehr zu behindern.
Gedacht ist die ICE-Verbindung nicht für die Münchner – man müsste dafür auch extra ein ICE-Ticket kaufen. Sondern um Fluggäste aus dem Raum Schweiz/Baden-Württemberg nach München zu bugsieren.DIRK WALTER
Ostbahnhof