von Redaktion

Gestern wollten Agnes und ich auf die andere Seite des Sees schwimmen, weil es dort sonniger war. Außerdem hatte Agnes dort vor Kurzen besonders leckere Entengrütze probiert. Aber Klara war gar nicht einverstanden. „Wieso findest du denn, dass die Entengrütze auf dieser Seite des Sees schlecht schmeckt, Agnes?“, wollte Klara beleidigt wissen.

„Das habe ich überhaupt nicht gequakt“, stellte Agnes sachlich fest, aber man sah ihr an, dass sie sich über Klaras Behauptung ärgerte. „Du verdrehst mir die Worte im Schnabel, Klara. Nur weil ich die Grütze drüben köstlich finde, heißt das nicht, dass mir die Entengrütze hier nicht schmeckt. Du hast einfach ein Strohmann-Argument verwendet.“

„So ein Blödsinn, hier liegt überhaupt kein Stroh!“, ereiferte sich Klara. Agnes seufzte. „Ich erkläre es dir. Ein Strohmann-Argument ist ein Trick. Du hast mein Argument verdreht, um es angreifbar zu machen. Der Begriff kommt aus dem Schwert- und Fechttraining. Am Anfang übt man mit Gegnern aus Stroh, die sich nicht wehren können. Dadurch wird natürlich jeder Kampf gewonnen. Die Idee beim Strohmann-Argument ist folgende: Jemand gibt vor, sich mit einer Gegenposition auseinanderzusetzen. Tatsächlich argumentiert die Person aber gegen einen Strohmann, also einen fiktiven Gegner, dem Aussagen in den Mund gelegt werden, die er so gar nicht geäußert hat. Die Argumente werden falsch wiedergegeben und dann widerlegt.

Eure Paula

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