Olching – Seine Schwester hatte ihn gedrängt, sich behandeln zu lassen. Denn als er 18 war, wurde bei ihm Schizophrenie festgestellt. Ihm wurde verboten, Bagger zu fahren. Auch einen Suizidversuch hatte er schon hinter sich. Er weigerte sich, seine Tabletten zu nehmen. All das endete im Juli 2025 in einer Amokfahrt in Olching (Kreis Fürstenfeldbruck). Dabei kam ein 57-Jähriger Mann ums Leben.
Nun muss sich der 33-jährige Autofahrer dafür vor Gericht verantworten. Während des Prozesses zeigte er kaum eine Gefühlsregung. Er ist seit der Amokfahrt in der Psychiatrie und mit Medikamenten gut eingestellt. Heute könne er nicht mehr nachvollziehen, warum er damals nicht auf seine Schwester gehört hatte. Er litt an Spielsucht, hatte gerade alles verloren und 20.000 Euro Schulden gemacht. Wie schlecht es ihm ging, habe er damals nicht gemerkt.
Dann setzte er sich ans Steuer des Autos seines Bruders. Laut Anklage hatte er Stimmen gehört. Die hätten das Opfer als Teufel bezeichnet und ihn aufgefordert, den 57-Jährigen zu überfahren. Der Angeklagte beschleunigte auf bis zu 70 km/h und fuhr frontal auf einen Metallpfosten zu, der zu Beginn des Fußgängerweges stand. Der Wagen riss ihn aus der Verankerung und erwischte dann den 57-Jährigen. Der prallte mit dem Hinterkopf auf Motorhaube und Frontscheibe und erlitt dabei schwerste Schädelfrakturen. Er starb noch an der Unfallstelle.
Im Prozess vor dem Landgericht München II legte der 33-Jährige über seinen Verteidiger ein Geständnis ab. Seine Spielerei und die Schulden hätten zu regelmäßigem Alkoholkonsum geführt. Der Prozess dauert an, bestraft werden kann der Mann aufgrund seiner psychischen Situation nicht. Die Amokfahrt hätte damals noch viel mehr Opfer fordern können. Denn direkt an der Unfallstelle befindet sich eine Kita.WAL