NACHGEFRAGT

Der Staatssekretär im Sturm

von Redaktion

…bei SPD-Politiker Michael Schrodi. © Privat

Zwei von drei Spielen hat die Mannschaft des FC Bundestag bereits in der Tasche. Michael Schrodi (48) hat eines der beiden Tore gegen Finnland geschossen und damit seinem Team zum Sieg gegen den gefürchteten Rivalen verholfen. Der SPD-Politiker (Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, tritt am Wochenende zur Europameisterschaft der Parlamentarier an. Gegner in Lübeck sind neben Finnland und der Schweiz auch Österreich. Nach dem Schlusspfiff des Auftaktspiels gegen die Schweiz haben wir mit Schrodi telefoniert. Der Stürmer ist übrigens ehemaliger Bayernliga-Spieler.

Wie lief der Auftakt zur diesjährigen Parlamentarier-EM?

Wir Deutschen haben 1:0 gegen die Schweiz gewonnen. Ein intensives Spiel. Wir haben durch einen Elfmeter gewonnen, den ich herausgeholt habe, also Foul an mir. Johannes Schätzl hat dann getroffen. Den Gewinn haben wir also durch tatkräftige SPD-Hilfe erzielt, beide Male sogar aus Bayern. Favoriten bleiben aber die Finnen – sie haben die letzten drei Turniere gewonnen.

Wie sind die Chancen der deutschen Mannschaft?

Alles ist möglich. Die Finnen haben seit der letzten Wahl Timo Furuholm als herausragenden Spieler dabei, der hat früher in der zweiten Bundesliga in Deutschland gespielt. Daher war Finnland zuletzt so erfolgreich. Wir haben versucht, Furuholm möglichst in den Griff zu kriegen. Aber es ist alles ganz eng. Natürlich will jeder gewinnen, hier gibt es nichts geschenkt, es gibt keine Schonung. Aber trotzdem geht es auch um den Spaß. Es ist schön, sich jedes Jahr zu treffen, abends zusammenzusitzen und sich auszutauschen. Das ist ja der europäische Gedanke.

Wo geht es wilder zu: Bayernliga oder Bundestag?

Körperlich in der Bayernliga, verbal im Bundestag. Da geht es schon mal zur Sache, muss es ja auch. Und auch dort gibt es Ordnungsrufe oder die Gelbe Karte.

Kicken oder duschen Sie auch mit AfDlern?

Wir haben in der Satzung des FC Bundestag niedergeschrieben, dass wir für Völkerverständigung und den Einsatz für Demokratie und gegen Rechtsextremismus sind. Deswegen ist die AfD bei uns nicht vertreten. Wir haben genug, die auf dem Spielfeld auf der rechten Seite Dampf machen, dafür brauchen wir die AfD nicht.

Haben Sie im Fußball etwas für die Arbeit im Bundestag gelernt?

Ein Spiel dauert 90 Minuten und kann sich noch in der letzten Minute drehen. Genauso ist es im Bundestag: Am Ende muss man vorn liegen, zäh sein und Durchhaltevermögen haben. Wenn man sein Thema mal nicht durchsetzen kann, muss man dranbleiben. Man braucht Ausdauer.

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