Widerstand gegen Drohnenfabrik

von Redaktion

Hallbergmooser wollen Bürgerentscheid starten – aber viel Zeit bleibt ihnen nicht

Die Firma Helsing stellt Drohnen her. © Gentsch/pa

Hallbergmoos – Die Hallbergmooser haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um die Ansiedlung einer Drohnenfabrik in ihrem Ort zu verhindern. Nach einem Treffen von rund 50 interessierten Bürgern sucht die Initiative Mitstreiter und sammelt Unterschriften. Ziel ist ein Bürgerentscheid, der die geplante Ansiedlung des Rüstungsunternehmens Helsing auf der Senderwiese verhindern soll. Der Gemeinderat hat das bereits mit einem Beschluss möglich gemacht.

Damit es zum Bürgerentscheid kommt, benötigt die Initiative Unterschriften von mindestens neun Prozent der Wahlberechtigten. In Hallbergmoos (Kreis Freising) wären das 765 Unterschriften. „Die müssen wir jetzt in kürzester Zeit zusammenbringen“, betonen die Initiatoren in ihrer Mitteilung. Sonst würde der Abstimmungstermin in den September fallen – also mitten in die Sommerferien.

Kern des Bürgerbegehrens ist die Forderung an den Gemeinderat, die Änderung des Flächennutzungsplans wieder aufzuheben und einen Vollzugsstopp zu bewirken. Nur so könne die ökologisch wertvolle Senderwiese vor einer großflächigen industriellen Versiegelung bewahrt werden. Einige Bürger fürchten auch erhebliche Verkehrsbelastungen und einen steigenden Druck auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Außerdem sorgen sich viele vor Sicherheitsrisiken durch einen Rüstungsbetrieb in Hallbergmoos. Gleichzeitig kritisiert die Initiative, dass die Bürgerschaft erst so spät eingebunden worden sei. Erst nachdem sich Widerstand formiert hatte, sei ein Ratsbegehren angekündigt worden. Da war der Grundsatzbeschluss für die Ansiedlung aber bereits gefasst. Ein Bürgerbegehren kann die Planungen nur stoppen, wenn die Zulässigkeit bestätigt ist. Deshalb zähle nun jeder Tag, betonen die Initiatoren.EV

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