Neulich schauten Klara und ich Agnes über die Schulter, als sie Zeitung las. Wir sind immer wieder erstaunt, wie sie in dem ganzen Buchstaben-Salat einen Sinn findet. Da quakte Klara: „Warum sind die Buchstaben manchmal am Wortanfang großgeschrieben und manchmal klein? Gibt es da ein System?“
„Und ob!“, schnatterte Agnes. „Grundsätzlich werden die Wörter am Satzanfang großgeschrieben. Das ist in vielen Sprachen so. Aber die deutsche Schriftsprache hat noch eine Besonderheit, nämlich die Großschreibung von Substantiven, auch Nomen oder Namenwörter genannt. Wisst ihr, welche das sind?“ „Na klar!“, schnatterte ich. „Alle Wörter, wo man der, die oder das davor quaken kann.“ Agnes nickte: „Sehr gut, Paula. Aber weißt du auch, warum die im Deutschen großgeschrieben werden?“
Sie erklärte uns, dass es früher, in der Antike und im frühen Mittelalter, noch gar keine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben gab. Erst im Spätmittelalter, im 13. Jahrhundert, tauchten einzelne Wörter auf, bei denen der erste oder die ersten paar Buchstaben in Großbuchstaben gesetzt waren, um sie besonders zu betonen. Das waren vor allem Begriffe aus dem religiösen Bereich. Im 17. Jahrhundert wurde die Großschreibung aller Substantive im Deutschen eingeführt. So erkennen Klara und ich wenigstens, ob ein Text auf Deutsch oder in einer anderen Sprache geschrieben ist.
Eure PaulaJASMIN HOFMEISTER