Der Propeller des abgestürzten Kleinflugzeugs bohrte sich beim Aufprall in einen gepflasterten Vorgarten in Limburgerhof. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sicherten Spuren und Trümmerteile. © Enrique Kaczor
Limburgerhof – Die Bilder sind verstörend: Ein Propeller hat sich in die gepflasterte Einfahrt vor einem Wohnhaus gebohrt, ein Trümmerteil steckt quer im Gartenzaun. Bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Limburgerhof am vergangenen Samstag sind zwei Männer aus Bayern ums Leben gekommen. Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich um einen 60-jährigen Mann aus dem Landkreis Ebersberg sowie einen 66-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg. Eine Frau erlitt leichte Verletzungen, als sie sich vor den herabfallenden Trümmerteilen in Sicherheit brachte.
Die Männer waren mit ihrer Propellermaschine des Typs North American Aviation T-28 Trojan auf dem Weg vom Flugplatz Aachen-Merzbrück nach Oberpfaffenhofen, als es zu dem Absturz etwa zehn Kilometer südwestlich von Mannheim kam. Wodurch die Maschine abstürzte, ist unklar. Nach Berichten des SWR explodierte sie gegen 11.30 Uhr offenbar noch in der Luft, bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie rund 225 Kilometer zurückgelegt. Der Hauptteil der Maschine landete im Garten eines Wohnhauses, zahlreiche Trümmerteile im größeren Umkreis um die Stelle. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermitteln mit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU).
Experten der BFU dokumentieren mit Ermittlern der Kriminalpolizei sämtliche Trümmerteile und Spuren. Nach Angaben der Polizei werden die noch vor Ort liegenden Wrackteile schrittweise abtransportiert und sichergestellt. Unterstützt werden die Ermittlungen auch durch den Einsatz einer Drohne, die Luftaufnahmen des Absturzortes liefert.
Polizeisprecher Thorsten Mischler erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass bereits am Samstagabend zwei Experten der Bundesstelle aus Braunschweig eingetroffen seien, um die Untersuchungen aufzunehmen. Ziel der Ermittler sei es, das Flugzeug „wieder ganz zusammensetzen“ zu können. Auf diese Weise hoffen die Experten, mögliche technische Ursachen oder andere Hinweise auf den Absturz rekonstruieren zu können.
Laut Mischler spielte extremes Wetter offenbar keine Rolle. „Es war zum Unglückszeitpunkt bewölkt bis regnerisch, doch es gab kein Unwetter“, sagte Mischler auf Anfrage. Zudem habe es nach aktuellem Stand keinen Notruf aus dem Flugzeug gegeben. Hinweise auf Probleme während des Fluges liegen den Ermittlern bislang nicht vor.
Die Maßnahmen an der Absturzstelle sollen voraussichtlich im Laufe des Sonntags abgeschlossen werden. Dennoch rechnen die Behörden damit, dass die vollständige Aufklärung der Absturzursache längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Erfahrungsgemäß könnten konkrete Ergebnisse der Untersuchungen erst in mehreren Monaten vorliegen.TSR