München – Die Feuerwehren Bayerns müssen jährlich zu tausenden Einsätzen ausrücken, die keine Notfälle sind. Verursacht werden diese Fehlalarme hauptsächlich durch Brandmeldeanlagen. Die Feuerwehren warnen: Solche Fehlalarme binden Einsatzkräfte, was schlimmstenfalls dazu führen kann, dass bei einem Unfall oder tatsächlichem Brand Hilfe erst später eintrifft.
Wie groß das Problem in Bayern ist, zeigt die Statistik. Im Freistaat rückten die Feuerwehren im Jahr 2024 rund 19.200 Mal wegen falscher Alarmierung durch Brandmeldeanlagen aus. In der Landeshauptstadt München schlugen die Anlagen rund 8500 Mal wegen möglicher Brände an – Feuer sei aber nur in 1375 Fällen bekämpft worden.
Brandmeldeanlagen sind in der Regel direkt mit der Rettungsleitstelle verbunden. Bei Alarmierung rückt die Feuerwehr aus, um zu überprüfen, ob es wirklich brennt. Meist fahren die Feuerwehrleute umsonst. „Das Problem ist sehr groß“, sagt Jonas Schwering, Abteilungsleiter für Vorbeugenden Brandschutz in Frankfurt am Main. „Wir wissen, dass die überwiegende Anzahl der Alarmierungen zu 96 bis 97 Prozent Falschalarme sind.“
Die Zahl der falschen Alarme dürfte in Zukunft weiter steigen, vermutet Jürgen Weiß vom Landesfeuerwehrverband Bayern. „Die Zahl der Brandmeldeanlagen steigt nicht nur in Bayern täglich, sondern auch bundesweit.“ Weiß denkt bei den Falschalarmen in erster Linie an die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die Tag und Nacht bereitstehen für die Hilfe im Ernstfall. „Wenn sie vor Ort feststellen, dass ein Eingreifen nicht notwendig ist, kann sich das negativ auf die Motivation auswirken“, sagte er. „Je häufiger das passiert, desto größer könnte der Motivationsschwund sein.“ Zudem fehle Arbeitgebern in der Zeit von Feuerwehr-Einsätzen das Personal.
Eine Experten-Gruppe will nun Vorschläge ausarbeiten, wie gegengesteuert werden könnte. So sollte zum Beispiel geprüft werden, ob jede Brandmeldeanlage mit der Feuerwehrleitstelle verbunden werden sollte oder nur bestimmte Objekte wie Krankenhäuser und Altenheime.