Morgens war die Wiese am See noch feucht. Überall hingen Tautropfen an den Grashalmen, und zwischen den Steinen am Weg glitzerte es, als hätte nachts jemand feine Silberfäden darübergelegt. Ich blinzelte und beugte mich neugierig nach unten. „Agnes!“, rief ich. „Komm schnell her! Hier hat jemand mit Silber gemalt!“
Agnes watschelte zu mir und legte den Kopf schief. „Hm“, machte sie. „Entweder war hier ein sehr ordentlicher Zauberer unterwegs … oder eine Schnecke.“ „Eine Schnecke?“, fragte ich. Agnes setzte sich neben mich. „Schnecken hinterlassen Schleim, wenn sie sich fortbewegen. Dieser Schleim hilft ihnen, über den Boden zu gleiten. Ihr Körper ist weich, und auf rauem Untergrund könnten sie sich sonst leicht verletzen.“ Ich sah die kleine Schnecke an, die langsam ihre Fühler ausstreckte, als würde sie die Welt erst einmal vorsichtig begrüßen. „Dann ist der Schleim so etwas wie ihre Rutschbahn?“ „Genau“, sagte Agnes. „Oder wie eine eigene kleine Straße. Der Schleim schützt die Schnecke und hilft ihr beim Vorankommen.“ Ich musste kichern. „Sie baut sich also ihren Weg einfach selbst.“ „Ja“, sagte Agnes. „Und manchmal hilft ihr der Schleim sogar dabei, an Wänden oder Blättern besser haften zu bleiben.“ Ich staunte. „Dann ist das ja nicht einfach nur Glibber. Das ist ein richtiges Schnecken-Werkzeug.“ Agnes nickte und quakte weiter: „Aber am frühen Morgen sieht man manchmal überall, wo Schnecken in der Nacht unterwegs waren.“ Eure Paula