Vorgestern schnappte mir Klara am Ufer vor der Nase einen leckeren Wurm weg. „Pech gehabt“, schnatterte sie vergnügt, als ich dumm schaute. Wenig später entdeckte ich noch einen Wurm, den ich in Ruhe futtern konnte, weil Klara da schon wieder im Wasser war. Normalerweise bin ich eigentlich kein Pechvogel, dachte ich. Wieso sollen auch ausgerechnet Vögel immer Pech haben?
Als ich die Biberin Frau Dr. Berta Raspelzahn in der Nähe unseres Sees an einem Baum nagen sah, watschelte ich auf sie zu. „Warum spricht man eigentlich von Pechvögeln und wieso sollen besonders Vögel Pech haben?“, quakte ich. Berta sah sich erstaunt nach mir um, denn sie hatte mich nicht kommen hören. „Soweit ich weiß, entstand diese Redewendung im Mittelalter, als man Vögel fing, indem man Ruten oder Zweige mit Pech bestrich. Die Vögel klebten an dem Pech fest und waren gefangen. Dadurch erhielt die Wendung „Pech haben“ eine negative Bedeutung. „Aber was genau ist Pech?“, quakte ich. Berte seufzte: „Das Wort wird für eine klebrige Substanz gebraucht, die auf Ruten geschmiert wird, an der dann Vögel festkleben. Diese Substanz kann aus Baumpech, also Baumharz, gewonnen sein oder aus Mistelfrüchten. Die klebrige Substanz aus Mistelfrüchten heißt Vogelleim. Daher kommt übrigens die Redensart „jemandem auf den Leim gehen“. „Aber heute fängt man Vögel nicht mehr so?“, schnatterte ich. Berta nickte. „In der EU ist diese Art, Vögel zu fangen, verboten.“ Eure Paula