Verena Bentele ist seit 2023 Vorsitzende des VdK Bayern und seit 2018 Präsidentin des Bundesverbands. © dpa
München – Im VdK Bayern brodelt es gewaltig. Im Zentrum des Streits steht die Vorsitzende Verena Bentele. Acht der zehn Vorstandsmitglieder haben die Abberufung von ihr und dem Schatzmeister Konrad Gritschneder eingeleitet. Anlass seien Differenzen, für die auch nach intensiven Gesprächen keine Lösungen gefunden wurden, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Hermann Imhof. Es gehe dabei um die Art und Weise, wie Bentele ihr Amt führe und wie der Landesverband für die Zukunft aufgestellt werden soll.
Bentele ist seit 2018 Präsidentin des VdK Deutschland. 2023 übernahm sie auch den Vorsitz des VdK Bayern. Auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstands und der Geschäftsführung und auf Initiative ihrer Vorgängerin Ulrike Mascher, wie sie betont. Sie habe die Aufgabe bewusst übernommen, um den VdK Bayern strategisch weiterzuentwickeln, stärker in der Öffentlichkeit zu positionieren und seine sozialpolitische Wirkung für die Vertretung der Interessen der Mitglieder auszubauen.
Auf die Vorwürfe reagierte die 44-Jährige am Wochenende mit zwei Pressemitteilungen. Nach ihrer Darstellung geht es bei dem Konflikt im Kern um die Frage, wie der VdK Bayern künftig geführt werden soll und wie mit den Mitgliedsbeiträgen umgegangen wird. Sie sei für transparente Zuständigkeiten, moderne Führungsstrukturen und bessere Rahmenbedingungen bei der täglichen Arbeit angetreten. Dazu gehöre auch, dass Verantwortlichkeiten hinterfragt werden. „Ein Verband mit rund 850.000 Mitgliedern und 900 Mitarbeitenden braucht professionelle Strukturen. Es geht nicht um Macht, sondern um Verantwortung.“ Der interne Konflikt habe sich seit Sommer 2025 verschärft. Den Vorstandsmitgliedern wirft sie vor, nicht nur ihr, sondern auch dem VdK zu schaden, indem sie den Streit nun öffentlich eskalieren lassen.
Die Behauptung, sie wolle aus dem VdK Bayern einen zentral gesteuerten Verband machen, weist Bentele entschieden zurück. „Das ist frei erfunden und eine Unterstellung.“ Dasselbe gelte für die Vorwürfe, sie habe Druck auf Mitarbeitende ausgeübt, Zuständigkeiten eigenmächtig umgestaltet oder Personalkompetenzen an sich gezogen. Alle Entscheidungsprozesse seien transparent in den zuständigen Gremien erfolgt. Mehrfach habe sie versucht, den Konflikt intern zu lösen – ihr Mediationsangebot habe der Vorstand abgelehnt.
Wie es nun weitergeht, ist unklar. Über das eingeleitete Abberufungsverfahren gegen Bentele und den Schatzmeister soll der Landesausschuss am 19. Juni entscheiden. Bentele hält das Gremium aber für nicht zuständig. Sie sagt: „Ich wurde von den Delegierten des Landesverbandstags gewählt.“ Nur sie könnten entscheiden, ob sie ihr weiterhin das Vertrauen schenken. Aus Sicht Benteles geht es zunächst darum, gemeinsam weiteren Schaden vom VdK Bayern abzuwenden. „Wir sind alle den Interessen der Mitglieder und des Verbands verpflichtet“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Sie erfahre sehr viel Zuspruch in diesen Tagen. „Ich wünsche mir, dass die Delegierten beim Verbandstag 2027 dem neu zu wählenden Vorstand eine klare Agenda mit auf den Weg geben. Ein Abberufungsverfahren, das rechtlich auf wackeligen Füßen steht und mit Behauptungen geführt wird, die vielfach einfach falsch sind, ist sicher der falsche Weg.“
Inzwischen hat die Landesgeschäftsführung Benteles Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Nachdem klar war, dass sie ihren Vorsitz nicht bis zum Landesverbandstag 2027 ruhen lässt, wurde ihre persönliche Assistentin abgezogen. Dadurch werde sie als blinde Vorsitzende extrem beeinträchtigt, betont sie. Sie sei auf die Unterstützung zwingend angewiesen, etwa für die barrierefreie Bearbeitung von Schriftverkehr und bei der organisatorischen Unterstützung im Alltag. „Die Einschränkung meiner Arbeitsfähigkeit ist kein Nebenschauplatz.“ Damit werde versucht, sie handlungsunfähig zu machen.KWO/DPA