München – Der Sozialverband VdK Bayern will seine Vorsitzende Verena Bentele stürzen. Wie berichtet hat der Landesvorstand ein Abberufungsverfahren gegen die 44-Jährige und ihren Schatzmeister Konrad Gritschneder eingeleitet. Der Konflikt schwelt offenbar seit Monaten, hatte sich aber zuletzt zugespitzt. Es gehe um die Art und Weise, wie Bentele ihr Amt führe und wie der Landesverband in Zukunft aufgestellt werden soll, berichtet der stellvertretende Vorsitzende Hermann Imhof. Intensive Gespräche über alternative Lösungen für eine weitere Zusammenarbeit seien ohne Ergebnis verlaufen.
Bentele hatte am Wochenende mit zwei Pressemitteilungen auf die Vorwürfe reagiert. Öffentlich geworden waren sie nach einem vertraulichen Schreiben, das der Landesvorstand an die rund 100 Mitglieder des Landesausschusses verschickt hatte, um sie über das Abberufungsverfahren zu informieren. Wie aus VdK-Kreisen zu hören ist, wird Bentele vorgeworfen, im Alleingang eine Führungskraft freigestellt zu haben. Sie selbst bestreitet, sie habe Personalentscheidungen ohne Abstimmung getroffen oder eigenmächtig Zuständigkeiten umgestaltet. Ihr Stellvertreter Hermann Imhof betont: „Die Entscheidung, dieses Verfahren einzuleiten, beruht auf völlig gegensätzlichen Auffassungen darüber, wie der Verband zu führen ist.“ Der VdK Bayern und der Landesvorstand würden durch demokratische Mehrheitsentscheidungen geführt. „Alleingänge passen nicht in diese Kultur.“
Bentele schoss in ihrer zweiten Pressemitteilung gestern zurück: Nachdem sie sich geweigert habe, ihren Vorsitz bis zur nächsten regulären Neuwahl beim Landesverbandstag 2027 ruhen zu lassen, sei ihre persönliche Assistentin abgezogen und nach Freising versetzt worden. So habe der Verband versucht, sie handlungsunfähig zu machen. Diesen Vorwurf wiederum weist Hermann Imhof zurück. „Die Assistenz von Verena Bentele steht ihr nach wie vor zur Verfügung, sie ist vollumfänglich arbeitsfähig.“
Am 19. Juni will der Landesausschuss über das Abberufungsverfahren entscheiden. Bentele hält das für unrechtmäßig, da sie von den Delegierten des Landesverbandstags gewählt wurde. Der Landesvorstand hat das Verfahren aber juristisch prüfen lassen. Sollten Bentele und der Schatzmeister abberufen werden, könnte einer ihrer vier Stellvertreter den Sozialverband kommissarisch führen, bis 2027 die reguläre Neuwahl ansteht.KWO