DAS PORTRÄT

Ein eingespieltes Spazier-Gespann

von Redaktion

Carl Layer und sein Pferd Pegasus. © Privat

Am See entlang, durch den Wald, ja sogar durch die Drive-in-Spur bei McDonald’s. Carl Layer und sein Pferd Pegasus spazieren oft bis zu 40 Kilometer weit durch Starnberg und die Umgebung. Das Gespann geht schon eine lange Zeit gemeinsam durchs Leben. Als Fohlen kam Pegasus zu Layer, als der gerade mal 15 Jahre alt war. Heute, mit 31, arbeitet der gebürtige Gautinger als Geburtshilfe-Assistenzarzt in Bogenhausen – und verbringt noch immer so viel Zeit wie möglich mit seinem Pferd. Im Gautinger Ortsteil Hausen wartet Pegasus in seinem Offenstall, bis sein Spazierpartner freihat. Was die zwei dann zusammen erleben, teilt Carl Layer auf Instagram: „Meine Vision mit Pegasus ist es, die Menschen zum Strahlen und zum Lachen zu bringen.“ Die Rechnung geht auf: Im Drive-in durfte Pegasus zuletzt Apfelstückchen naschen. Sonst kaufen Passanten ihm schon mal fix Leckereien im Supermarkt. Und Taxifahrer spendieren immer gerne Streicheleinheiten.

Carl Layer verzichtet bewusst auf Zügel und Gebiss und reitet Pegasus nur kurze Strecken. „Horsemanship“ nennt sich der Ansatz, bei dem man dem Pferd vertrauens- und respektvoll auf Augenhöhe begegne, erklärt der 31-Jährige. Bei einem ihrer Ausflüge wurde Pegasus vor gut einer Woche abgelenkt, tat einen falschen Schritt und stürzte vom Steg nahe dem Undosa in den Starnberger See. Layer sprang sofort hinterher in das 15 Grad kalte Wasser. Der Wallach blieb ruhig und entspannt. So konnten die beiden – eskortiert von der Wasserwacht – zu einer Rampe waten und den See unverletzt verlassen. Layer wolle sich noch mit einer Spende für die sympathische und respektvolle Hilfe bei der Wasserwacht bedanken – und habe ansonsten auch dazugelernt: „Das war mir eine Warnung: Ab jetzt nehme ich immer einen Halfter mit, um Pegasus im Notfall führen zu können.“

Für die Zukunft plant Layer mit Pegasus auch mal eine längere Tour zu unternehmen: „Ich könnte mir vorstellen, zwei, drei Tage durch Oberbayern zu ziehen.“ Egal wo, dieses Gespann genießt unterwegs jeden Moment. „So halten wir uns beide fit“, sagt Layer, der an Ultraläufen teilnimmt. Sein jüngstes Projekt: 237 Kilometer durch die Wüste Marokkos.TOBIAS GMACH

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