Fußgänger-Stau am Starnberger Flügelbahnhof, wo die Pendler oft stranden. © dw
Der geplante Steg soll auf einer Länge von 210 Metern das gesamte Gleisfeld vom Holzkirchner bis zum Starnberger Flügelbahnhof überspannen. Der Baubeginn ist allerdings weiterhin unklar.
Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits 2019 übergab der damalige bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) der Deutschen Bahn symbolträchtig einen Förderbescheid über 265.000 Euro. Mit dem Geld sollte die Planung für einen Fußgängersteg am Hauptbahnhof angeschoben werden.
Sieben Jahre sind seitdem ins Land gegangen, doch mehr als eine vage Machbarkeitsstudie liegt bisher nicht vor. Zuletzt hatte der Grünen-Verkehrspolitiker Markus Büchler die Errichtung des Stegs angemahnt: Das Bauwerk sei als vordringliches Bauvorhaben im Bundesverkehrswegeplan verankert und müsse jetzt endlich in Angriff genommen werden, erklärte Büchler. Er ist sogar der Meinung: Hätte es den Steg gegeben, dann hätte sich das Chaos am Starnberger Flügelbahnhof in der vergangenen Woche vermeiden lassen, weil dann ein Teil der Fahrgastströme gleich über den Steg abgefangen worden wäre.
Nun soll das Projekt tatsächlich vorankommen: Die Bahn hat die Planungsleistungen 1 und 2 ausgeschrieben, das beinhaltet eine Grundlagenermittlung und Vorplanung. Aus der Ausschreibung, deren Text unserer Zeitung vorliegt, ergeben sich erstmals Details. Demnach soll der Steg mit einer Länge von 210 Metern vom Holzkirchner bis zum Starnberger Flügelbahnhof das gesamte Gleisfeld überspannen, und zwar außerhalb der Haupthalle. Dabei soll es zu jedem Bahnsteig zwischen Gleis 11 bis 26 Treppen und Rolltreppen geben.
Außerdem sind 15 Aufzüge geplant – 14 als direkte Anbindung an die Bahnsteige, ein weiterer am nördlichen Steg-Ende als barrierefreier Anschluss an die Paul-Heyse-Unterführung. Wermutstropfen: Für die schmäleren Bahnsteige am Starnberger Flügelbahnhof will die Bahn auf Rolltreppen verzichten. Auch die Treppenbreite ist vorgeschrieben: 1,60 Meter.
Die Planung soll im September 2028 vorliegen. Die Bahn mahnt potenzielle Planer zur Sorgfalt: Der Steg werde „in unmittelbarer Nähe zur denkmalgeschützten Gleishalle“ liegen. Der Steg müsse sich „hinsichtlich Maßstäblichkeit, Transparenz und Materialwahl respektvoll in das Ensemble“ einfügen. Bis wann der Steg wirklich gebaut sein könnte, dazu liegen bisher keine Angaben vor.DIRK WALTER