Wieder Drohnen-Alarm am Flughafen

von Redaktion

Eine mutmaßliche Drohnensichtung legte erneut den Flughafen München lahm. © dpa, imago

München – Stillstand am Münchner Flughafen: Nach einer mutmaßlichen Drohnen-Sichtung ging am Samstag im Erdinger Moos für rund eine Stunde lang nichts mehr – und das mitten in den reiseintensiven Pfingstferien. Einige Starts und Landungen wurden annulliert, Ankünfte und Abflüge verspäteten sich.

Zwei Piloten hatten um 9.03 Uhr eine verdächtige Wahrnehmung gemeldet, sagte ein Airport-Sprecher. Die beiden hätten unabhängig voneinander berichtet, eine mutmaßliche Drohne gesehen zu haben. Daraufhin sei die Lage überprüft worden. Unter anderem war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Kräfte von Bundes- und Landespolizei suchten das gesamte Areal weiträumig ab. Entdeckt wurde aber nichts, dem Sprecher zufolge sei der Alarm gegen 10.05 Uhr wieder aufgehoben worden.

Bis dahin konnten 26 Maschinen nicht landen und wurden umgeleitet, nach Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Linz, Salzburg und Leipzig. Die meisten Flugzeuge konnten dann rasch nach München weiterfliegen, so der Sprecher. Gegen Mittag waren demnach etwa 60 Flüge mit 30 bis teils 120 Minuten verspätet.

Drohnen-Alarme sorgen an Flughäfen immer wieder für Chaos und teils Stillstand im Flugverkehr. Anfang Oktober wurden in München gleich an zwei Abenden hintereinander mutmaßliche Drohnen gesehen, zweimal hintereinander wurde der Betrieb eingestellt. Dutzende Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen, das bremste tausende Reisende aus – einige mussten damals sogar im Flughafengebäude übernachten. Auch im November gab es kurzzeitig Drohnen-Alarm im Erdinger Moos.

Erst Anfang Mai haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der Bayerischen Polizei eröffnet – in Erding, nahe dem Flughafen also. Drohnenflüge seien gezielte Störungen, so Herrmann damals. „Sie sind Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur.“ Weil sie klein sind und tief fliegen, erfassen die Radaranlagen sie nicht und sie werden oft nur zufällig entdeckt.

Die Abwehr ist wichtig. Denn es kann sich zwar um einen verirrten Hobbypiloten handeln – aber eben auch um böswillige Kräfte, die Schaden anrichten wollen oder einfach nur Abläufe blockieren. Welche Drohnenabwehrmittel es gibt, wurde im Mai bei der Eröffnung des DKAZ vorgeführt. Die Polizei kann Störsignale einsetzen, Fangnetze oder auch eigene Jagddrohnen, die Eindringlinge unschädlich machen.

Für die Sicherheit am Münchner Flughafen ist die Bundespolizei zuständig – die möchte sich bei der Bandbreite ihrer Ausrüstung nicht in die Karten schauen lassen. „Nach den Vorfällen im Oktober rüstet die Bundespolizei alle großen deutschen Verkehrsflughäfen mit Drohnenabwehrtechnik aus“, sagt Stefan Bayer am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist Sprecher der Bundespolizei am Airport. „Zu Art und Umfang der Drohnenabwehrtechnik kann ich aus einsatztaktischen Gründen nichts sagen.“

Am Samstag waren in München 900 Flüge geplant. Davon wurden 40 „aus technischen oder operationellen Gründen“ annulliert, so der Sprecher. Inwieweit das mit der Drohnen-Warnung zusammenhing, war unklar. Trotz der Sperrung konnten Passagiere den Flughafen erreichen, parken, einchecken und durch die Sicherheitskontrollen, hieß es.RMI/DPA

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