In Temelin befindet sich auch eines der beiden Atomkraftwerke Tschechiens. © Michael Heitmann/dpa
Temelin – Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein künftiges Atommüllendlager haben in Tschechien erste Probebohrungen begonnen. Die Untersuchungen starteten bei der Gemeinde Temelin, rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt. Dort soll rund 100 Meter tief in den Boden gebohrt werden, teilte die Endlagerbehörde SURAO mit.
Die Untersuchungen sollen Aufschluss über die Grundwasserverteilung und die Bodenbeschaffenheit geben. SURAO-Direktor Lukas Vondrovic sprach von einem wichtigen Meilenstein: „Erstmals schauen wir mithilfe von Bohrungen direkt unter die Erde.“ Für das geplante Endlager sind drei weitere Standorte in der engeren Auswahl: Brezovy potok in den Ausläufern des Böhmerwalds, Horka bei Budisov und Hradek im Bezirk Jihlava. Auch dort sind Bohrungen bis in eine Tiefe von 100 Metern geplant. An die betroffenen Gemeinden werden jährlich insgesamt rund vier Millionen Euro als Entschädigung verteilt. Die Kommunen sind wegen des Auswahlverfahrens vor Gericht gezogen – bisher aber vergeblich.DPA