Sehen die Absperrung an der Walhalla kritisch: die Bürgermeister Wolfgang Vogel (links) und Johann Sauerer. © dpa
Donaustauf – Wie ein griechischer Tempel thront die Walhalla über der Donau. Das Baudenkmal zieht mehrere hunderttausend Besucher im Jahr an. Die mächtigen Stufen rund um die Säulenhalle sind bei Ausflüglern ein beliebter Ort zum Sitzen und Verweilen. Die Stufen sind aber auch nicht ungefährlich. Es gibt kaum Geländer und an manchen Kanten geht es mehrere Meter in die Tiefe. Nach dem tödlichen Sturz eines Mannes im vergangenen Juli hat die Schlösserverwaltung Absperrungen anbringen lassen. Ein umstrittenes Provisorium.
Seit Jahren gibt es auf dem Steinboden rund um die Säulenhalle bereits eine weiße Linie, die Besucher nicht übertreten sollen. Schilder mahnen zur Vorsicht. Seit vergangenem Sommer hängen nun zwischen den mächtigen steinernen Säulen weiße Ketten aus Kunststoff, daran baumeln in Plastik gefasste Warnhinweise: Achtung Absturzgefahr. Zusätzlich sind Metallgitter und weiß-rot gestreifte Warnbarken aufgestellt worden. Auf diese Weise sollen die Besucher zusätzlich sensibilisiert werden. All diese Maßnahmen halten viele Besucher aber nicht davon ab, sich auf die Stufen zu setzen, die Beine ein wenig baumeln zu lassen. Sie steigen über die Kunststoffketten oder schlüpfen unten durch.
Wolfgang Vogel und Hans Sauerer, erster und zweiter Bürgermeister von Donaustauf, haben Verständnis dafür, dass die Sicherheit verbessert werden soll. Von den provisorischen Maßnahmen sind sie aber nicht überzeugt. „Die Besucher wollen hier sitzen und die Aussicht genießen“, sagen sie. In der Marktgemeinde sei der Tenor: keine Absperrungen an der Walhalla. An besonders gefährlichen Stellen könnten eventuell Geländer angebracht werden. Aber: „Sie müssen zum Bauwerk passen.“ Die Walhalla sei schließlich ein historisches Gebäude. „Es soll nicht aussehen wie auf einer Baustelle.“ In den vergangenen Jahren gab es schwere Unfälle: 2020 starb ein 65 Jahre alter Mann, nachdem er auf einer Treppe das Gleichgewicht verloren hatte. Im selben Jahr stürzte eine 67-Jährige mehrere Meter tief und wurde schwer verletzt. Vergangenen Sommer verunglückte dann ein 32-Jähriger tödlich. Kurz darauf initiierte das Finanzministerium eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten, um die Sicherheit zu verbessern. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor, heißt es von der Schlösserverwaltung. Nach der Abstimmung mit dem Landesdenkmalrat soll das Thema dem Landtag zur Entscheidung vorgelegt werden.DPA