Elchbulle Emil. © A. Werndl
Berganger – Elch Emil ist von der Bildfläche verschwunden. Noch vor zwei Wochen war der Elch immer wieder im Landkreis Ebersberg gesichtet worden – zuletzt am Pfingstmontag in Berganger. Seitdem fehlt von ihm aber jede Spur. Dem Diplom-Biologen und Elch-Fachmann Michael Striese bereitet das Sorgen. „So ein Elch löst sich ja nicht ohne Weiteres in Luft auf“, sagt er. Der Experte aus der Oberlausitz verfolgt die aufsehenerregende Wanderroute des Elchs schon seit seiner Sichtung im vergangenen Jahr. Er vermutet, dass dem Tier nun etwas passiert ist. Denn bei Emil handle es sich um ein recht vertrauensseliges Tier, das die Nähe zu Siedlungen suche. Striese fürchtet, dass er in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Dazu gibt es allerdings keine Meldungen von der Polizei. Emil könnte auch von einem Jäger oder Wilderer abgeschossen worden sein. Schließlich gibt so ein 250-Kilo-Elch eine gute Trophäe ab. Das Kuriose: Schon 1964 und 1976 waren in den Isarauen Elche unterwegs, die plötzlich spurlos verschwanden.
Auch der Ebersberger Revier-Jäger Max Schauberger möchte nicht ausschließen, dass Emil vor die Finte geraten ist. „Nicht alle meiner Kollegen können die Finger gerade lassen“, sagt er. Da es keine Spuren gibt, bleibt die Abschussfrage aber ungeklärt. Noch bleibt die Hoffnung, dass sich der Elch in ruhigeres Gäu verkrochen hat.ALI/AC