Bayerns Polizei ist jetzt mit Taser unterwegs

von Redaktion

Die Polizei testet Taser in einem Pilotprojekt. © dpa

München – Bayerns Polizistinnen und Polizisten sollen bei einem Pilotprojekt den Einsatz von Tasern im Streifendienst erproben. Damit solle den Beamten ein „möglichst schonendes und wirksames Einsatzmittel“ zur Verfügung gestellt werden, teilte das Innenministerium mit. Seit Montag können Beamte der Polizeiinspektionen Schweinfurt, Regensburg Süd und Augsburg Mitte die Elektroschocker erstmals mit auf Streife nehmen.

Der Taser-Einsatz bei der Polizei ist nicht ganz neu, sorgt aber immer wieder für Debatten. In Bayern wird die Waffe bereits seit 2006 von Spezialeinheiten genutzt und seit 2021 bei geschlossenen Einheiten wie dem bayerischen Unterstützungskommando. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte den Einsatz der Geräte wiederholt gefordert. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) befürwortet die Verwendung, etwa bei der Bundespolizei. „Der Taser ist das richtige Einsatzgerät, um genau an der Schnittstelle zwischen Schlagstock als Nahwaffe und der Pistole als Fernwaffe zu wirken“, sagte Dobrindt im vergangenen Jahr. Kritiker zweifeln jedoch an der Wirkung der Waffe, etwa, wenn der Abstand zum Angreifer zu groß ist oder wenn der Angreifer dicke Kleidung trägt.

Bisherige Gutachten zu den Tasern zeigen, dass zumindest Beamte den Einsatz von Tasern begrüßen. So wurden etwa von der Hochschule der Polizei Nordrhein-Westfalen und von der Berlin School of Economics and Law Untersuchungen durchgeführt. Auch die präventive und deeskalierende Wirkung des Tasers – auch als Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG) bezeichnet – sahen Gutachter bestätigt. Die Wissenschaftler beobachteten aber auch: Die Hemmschwelle, den Taser zu nutzen, sei niedriger als bei einer Schusswaffe.DPA

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