Dem Rotwild geht‘s gut

von Redaktion

Bestände in den zehn Gebieten erstaunlich robust – Keine Inzucht

Alles okay im Revier: Röhrender Hirsch in der Brunftzeit. © Axel Heimken/dpa/PA

München – „Die Sorge um das Rotwild in Bayern ist unbegründet“ – diese Botschaft vermittelte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Dienstag bei der Vorstellung eines Abschlussberichts zu den bayerischen Rotwild-Beständen. Eine Nachricht, die einen bestimmten Adressaten hat: die bayerischen Jäger. Aus deren Reihen kamen in der Vergangenheit immer wieder besorgte Stimmen, wonach das Rotwild gefährdet und aufgrund mangelnden Austausches zwischen den einzelnen Gebieten mit insgesamt 800.000 Hektar sogar genetisch gefährdet sei. Der erst im April gewählte neue Präsident des Bayerischen Jagdverbands, Hubert Stärker, hatte sich bei Amtsantritt daher für umstrittene Rotwild-Korridore ausgesprochen – auch wenn dadurch der Verbiss im Wald ansteigen würde. Die Korridore seien „für den genetischen Austausch extrem wichtig“.

Geht es nach Kaniber, ist das nicht der Fall. Sie habe die Sorge „sehr ernst genommen“, hieß es bei der Übergabe der mehrjährigen Forschungsarbeit, die maßgeblich die TU München erstellt hat. Aber: „Die Forschung bescheinigt dem Großteil unserer Rotwildvorkommen eine hohe genetische Vielfalt“, erklärte Kaniber. Es bestehe bei sieben der zehn untersuchten Rotwildgebiete „kein Handlungsbedarf“. Dazu zählen die Rotwildgebiete Oberbayern/Hochgebirge, Schwaben, Bayerischer Wald, Oberpfalz Süd, Oberpfalz Nord/Veldensteiner Forst, Fichtelgebirge sowie Spessart/Rhön. Auch der körperliche Zustand der Tiere sei gut, „Hinweise auf Inzuchtprobleme“ gebe es nicht. Nur die drei kleinen Gebiete Haßberge, Odenwald und Isarauen müssten weiter untersucht werden. Empfohlen werden hier Analysen „zu Möglichkeiten, den genetischen Austausch weiter zu fördern“. Für die Isarauen regen die Wissenschaftler um TUM-Professor Andreas König an, einzelne Hirsche aus anderen Gebieten umzusiedeln, weil das Gebiet sehr isoliert sei. Die Jäger dürften die Untersuchung, die auf der TUM-Homepage zu finden ist, jetzt genau prüfen.DW

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