Neue Zusammenarbeit: Bei der Quattro-Streife sind Beamte (v.l.) des Präsidiums, der DB-Sicherheit, der Bundespolizei und der U-Bahnwache gemeinsam im Einsatz. © Hartmann
München – Pro Tag 450.000 Reisende und Pendler: Der Münchner Hauptbahnhof gehört zu den frequentiertesten Verkehrsknotenpunkten der Republik. Hier ist immer viel los – und das nicht immer im besten Sinn. Um ein Zeichen für mehr Sicherheit zu setzen, haben sich das Polizeipräsidium, die Bundespolizei, die U-Bahnwache der MVG und die DB-Sicherheit zusammengetan. Alle vier Organisationen sind am Hauptbahnhof im Einsatz. Ab jetzt auch zusammen.
Am Dienstag wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, die in Bayern einmalig ist: Ab sofort patrouilliert in den Abendstunden an Wochenenden eine gemeinsame Streife. „Mit der Quattro-Streife setzen wir bewusst auf eine sichtbare Präsenz und ein geschlossenes Auftreten aller Sicherheitspartner“, sagt Christian Huber, Vizepräsident des Münchner Präsidiums. Der Schulterschluss ist aber nicht nur ein starkes Zeichen. „Wir intensivieren die Zusammenarbeit“, erklärte Torsten Malt, Regionalleiter Süd bei der DB-Sicherheit. Durch den Einsatz werden Kompetenzen gebündelt. „Die enge Vernetzung ermöglicht es, schnell, abgestimmt und lageorientiert zu handeln“, sagte Steffen Quaas, Leiter der Bundespolizeiinspektion München.
Zum Verständnis: Die Quattro-Streife ergänzt die Einheiten der vier Partner, die jeweils eigene Zuständigkeitsgebiete haben. Die Wache der Polizei betreut das Umfeld des Bahnhofs, die Bundespolizei sein Inneres und die Bahnsteige. In den Zügen wird die DB-Sicherheit aktiv, die MVG-Wache nur auf den Bahnsteigen der U-Bahn. Letztere zwei müssen bei Straftaten ohnehin die Polizei hinzuziehen. Sind alle vier Organisationen bei einem Einsatz zusammen vor Ort, können die Beamten viel schneller und gezielter arbeiten.
Wie Bundespolizei-Leiter Quaas erklärt, habe man mit vergleichbaren Kooperationen bereits in Städten wie Hamburg und Leipzig gute Erfahrungen gemacht. München ist seit 50 Jahren schon die sicherste Großstadt Deutschlands. Aber auch hier gilt: Gesellschaftliche Phänomene werden in und um den Hauptbahnhof als zentralen städtischen Ort besonders sichtbar. „Umso wichtiger ist es, hier gemeinsam für Sicherheit und Ordnung zu sorgen“, unterstreicht Rainer Cohrs, Chef der U-Bahnwache. Erklärtes Ziel der Partner: Das subjektive Sicherheitsgefühl von Reisenden und Bürgern nachhaltig zu stärken.N. HOFFMANN