Als mir Waldemar, unser Waschbärfreund, über den Weg lief, stöhnte er vor sich hin und sah irgendwie nicht gut aus. „Ist dir schlecht?“, quakte ich. „Als ich mir gestern ein Fußballspiel durch die Fensterscheibe vom Bauernhof angeschaut habe, ging es mir noch richtig gut. Aber später ist mir dann so übel geworden, und ich habe auch schon einen Verdacht. Das Spiel war so spannend, leider hatte ich nichts zu trinken dabei. Auf dem Heimweg habe ich mich gleich auf die erste Pfütze gestürzt, und zu spät gesehen, dass Zigarettenkippen drinlagen.“
„Oje, du Armer, soll ich dir was aus der Apotheke holen?“, fragte ich. „Nein danke, ich habe Lehm gefressen, das soll angeblich helfen. Wird schon werden“, ächzte Waldemar.
„Weggeworfene Kippen sind ein Riesenproblem, nicht nur für uns Waldtiere, leider ist das den meisten Rauchern gar nicht bewusst“, krächzte Waldkauz Ulrich von einem Baum herab. „Zigarettenkippen sind kein harmloser Abfall, sondern hochgiftiger Sondermüll. Jede Kippe enthält bis zu 4000 schädliche Stoffe, darunter Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Arsen und Nikotin, ein starkes Nervengift. Besonders problematisch: Bereits eine einzige Kippe kann zwischen 40 und 60 Liter sauberes Wasser vergiften. Kippen werden von Vögeln, Fischen und anderen Tieren gefressen und können zu Vergiftungen oder sogar zum Tod führen“, mitleidig sah er Waldemar an, der beim letzten Satz verängstigt aufgestöhnt hatte.
Eure Paula