DAS PORTRÄT

Hutmacherin aus Leidenschaft

von Redaktion

Jasmin Hecht aus Germering. © walter weiss

Seit ihrer Kindheit prägen Tracht und Brauchtum Jasmin Hechts Leben. Sie hat schon immer gerne Volksfeste besucht oder ging zu Umzügen und Prozessionen. „Es geht um Gemeinschaft, Zusammenhalt und den Erhalt alter Traditionen“, findet die 23-Jährige aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck). So ist es eigentlich nicht überraschend, dass Hecht sich nun auch beruflich ihrer Leidenschaft widmet. Erst wollte sie nach dem Abitur Gesundheitswissenschaften studieren, merkte aber schnell, dass das nicht ihr Ding war. „Ich wollte lieber ein Handwerk lernen.“ Entschieden hat sie sich dann für einen aussterbenden Beruf – für das Handwerk der Hutmacher. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Und eine Berufsschule dafür gibt es in Bayern nicht, sie muss an die Modeschule nach Berlin fahren. Wie selten das Handwerk inzwischen ist, zeigt die Zahl der Absolventinnen: Im Jahr ihrer Gesellenprüfung schlossen deutschlandweit nur vier Frauen die Ausbildung ab.

Jasmin Hecht hat sich auf handgefertigte Trachtenhüte spezialisiert. Schließlich besitzt sie auch eine Menge Dirndl, verrät sie. In ihrer Werkstatt fertigt sie Trachtenhüte für Damen und Herren an – darunter Scheibenhüte, Miesbacher, Werdenfelser und moderne Modelle. Besonders gefragt sei derzeit der Werdenfelser mit der typischen sechseckigen Vertiefung in der Hutkrone. Zu ihren Kunden zählen Mitglieder von Trachtenvereinen, Jäger und Menschen, die individuelle Kleidungsstücke lieben. Denn Jasmin Hecht fertigt jeden Hut nach persönlichen Vorstellungen ihrer Kunden. Meist braucht sie dafür zwei bis drei Tage. Sie nutzt für die Formen zwar traditionelle Holzformen, doch jeder Hut wird ein Unikat. Sie zieht Filz oder Stroh über die Formen und arbeitet die Hüte dann weiter aus. Feine Details wie Dellen oder Falten formt sie sorgfältig mit der Hand. Häufig kommen Federn an die Hutkrempe – bei Jagd- und Trachtenhüten stehen sie oft für besondere Leistungen.WALTER WEISS

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